Trapet Père & Fils , Burgund

Gevrey-Chambertin Cuvée Ostrea AC

Pinot Noir/Spätburgunder, 2019, 750ml

 
Gevrey-Chambertin Cuvée Ostrea AC Print informations
Artikelnummer 9910222093
Residual sugar M
Drink temperature 16°
Alcohol Content 13,5%
Acidity 5,3 g/l
Sweetness 0 g/l
Parker Points 90-92+
Manufacturer Domaine Trapet, 53 route de Beaune, 21220 Gevrey-Chambertin / France, Bio-Zertifikat: FR-BIO-01
Allergene enthält Schwefel
Verkostungsnotiz von vom 04.10.2021, Copyright Marian Henß und Vinaturel:

Info:

Bereits seit den 1920er Jahren gehört Familie Trapet zu den größten Besitzern der Grand Cru-Lagen Chambertin, Chapelle-Chambertin und Latricieres-Chambertin. Die Domaine Trapet galt bereits früh als großartiger Zulieferer bekannter Negociants wie Drouhin oder Leroy. Doch seit einigen Jahrzehnten werden die Weine unter dem eigenen Namen vermarktet. 1993 wurde aus der Domaine durch die Erbteilung Domaine Trapet Père et Fils. Jean-Louis gilt als einer der Pioniere für biodynamischen Weinbau im Burgund. Seit 1998 arbeitet er nach den Richtlinien von Biodyvin. Fortschritt, Optimierung aber auch Respekt vor Traditionen trieb Jean-Louis schon immer an. Schon in den frühen 2000er Jahren reduzierte er den Anteil an neuen Holzfässern für seine Weine, um mehr Finesse und Purismus übertragen zu können. Seit 2009 ist die Domaine von demeter zertifiziert. Ertragsreduzierung im Sinne der qualitativen Verbesserung werden kompromisslos durchgesetzt. Die beiden Söhne Pierre und Louis sind nun auch im Betrieb zurück und setzen neue Impulse. Drei Generationen sind aktuell gemeinsam im Betrieb tatkräftig.

Bei der Vergärung schwankt Jean-Louis Trapet zwischen zwei Grundsatzfragen. Zu Beginn wendet er häufig „pigeage“ an und geht dann beim Einsetzen der alkoholischen Gärung zur „remontage“ über. Ganztraubengärung ist absolut ein Thema. Im Grand Cru-Bereich kann es je nach Jahrgang bis zu 50-100% Ganztraubengärung kommen, bei den Premier Crus 30-50% und nochmal etwas weniger für die Villages. Der Anteil an neuem Holz bewegt sich zwischen 20% und 50% von Villages zu Grand Cru.

Bei der Ernte des Jahrgangs 2019 konnten sowohl ein hoher Reifegrad der Trauben als auch sehr gute ph-Werte attestiert werden. Eine langsame Vegetationsperiode verursachte eine langsame Reifeperiode und somit eine entschleunigte Tannin-Ausbeute. Der Komplexität des Jahrgangs hat dies überhaupt nicht geschadet. Die Tannine sind geschmeidig. Es konnten drei Mal so hohe Weinsäure-Werte im Verhältnis zur Apfelsäure festgestellt werden. Die Erträge beliefen sich bei den Villages um die 42hl/ha und bei den Lagenweinen bei ca. 35hl/ha. Also etwas weniger als in 2018.

Der Gevrey-Chambertin Ostrea stammt in der Regel von vier Parzellen, die nördlich zwischen Gevrey-Chambertin und Brochon liegen. Die Parzellen dort sind sehr reich an Fossilien und versteinerte Austernschalen findet man dort häufig. Für den 2019er wurden allerdings nur drei davon verwendet. Die vier Parzellen wurden in 1919 angelegt. Viele der Reben weisen ein Alter von um die 90 Jahren auf. damit sind dies auch die ältesten Reben der Domaine.

 

Farbe:

Leuchtendes Rubinrot, violette bis zart braune Reflexe

 

Nase:

2019 Ostrea drückt deutlich und lautstark Noten von kalkigen Böden auf. Linear, dunkel und steinig. Erdig und etherisch zugleich. Nasser Waldboden und Eukalyptus stehen leise im Glas. Dabei wirkt er auch etwas in Rauch gehüllt. Eingelegte Schattenmorellen, Preiselbeeren und Sauerkirschen. Auch etwas Himbeere und Brombeere klingen an. die Früchte wirken intensiv duftend. Ein wenig erinnert er an kandierte Orangenzeste. Im Hintergrund lassen sich noch Petersilie und Salbei erkennen.

 

Gaumen:

Vom ersten Schluck an manifestiert er diesen kalkigen, linearen und erdigen Eindruck. Nur magere Böden auf Kalkstein können eine solche Finesse und Tiefe in die Weine zugleich bringen. Er hat ordentlich Kraft, ohne mit Muskeln spielen zu müssen. Man könnte ihn sogar als athletisch bezeichnen. Er sitzt absolut fest im Sattel. Mit einer soliden Struktur ausgestattet, galoppiert er um die Waldfrucht herum. Die Kirschfrucht zeigt sich am Gaumen wie auch im Nachhall saftig und intensiv. Die Kalkmineralität sorgt für ordentlich Kanten und setzt kühle Akzente. Ein samtig-feines Tannin unterstreicht ihn dabei.



Speiseempfehlungen von Marian Henß:

  • Gebratener Kaisergranat mit Tomatensud, Senfkohl und Paranuss-Crumble
    (Fisch)
  • Geschmorte Karotten, orientalische Aromen, Couscous und Rosinen
  • Poularde de Bresse aus dem Rohr mit Morchelrahm und gerösteten Kartoffeln

 
Parse Time: 0.890s