Pi:we Souvignier Gris Print informations
Artikelnummer 9912019084
Residual sugar M
Drink temperature 10°
Alcohol Content 13,5%
Manufacturer Steffen Mugler, Weinstr. Süd 43, 67487 Maikammer / Germany
Allergene enthält Schwefel
Verkostungsnotiz von vom 07.07.2021, Copyright Christoph Raffelt und Vinaturel:

Information zum Wein

Wie so viele mittlerweile erfolgreiche pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen der 1980er Jahre ist auch der Souvignier Gris am Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg im Breisgau unter der Ägide von Norbert Becker entstanden. Bis ins Jahr 2016 ging man davon aus, dass es sich bei der 1983 entstandenen Sorte um Cabernet Sauvignon x Bronner handelte. Doch der 2012 verstorbene Norbert Becker hatte sich für Seyval Blanc x Zähringer entschieden, wie man nach DNA-Analysen herausgefunden hat. So sind die Gene von Vitis vinifera, Vitis lincecumii und Vitis rupestris in die Hybride eingeflossen. Sie gilt als ausgesprochen unkompliziert im Anbau und ist stark resistent gegen Peronospora und Botrytis sowie resistent gegen Oidium.

 

Der Souvignier Gris steht im Weingarten von Steffen Mugler, der das Projekt mit Andreas Schumann (Odinstal) und Götz Drewitz (Vinaturel) begonnen hat. Die ganzen Trauben wurden spontan vergoren und länger auf der  Maische belassen. Die Gärung wie auch der Ausbau erfolgten halb im Edelstahl und halb in der georgischen, im Muglers Garten vergrabenen Quevri. Die Füllung wurde unfiltriert und ohne Zusatz von Schwefel durchgeführt.

 

Pi:we ist ein Gemeinschafts-Projekt von Steffen Mugler, Andreas Schumann und Götz Drewitz. Souvignier Gris ist eine pilz-widerstandsfähige Rebsorte, die minimal gespritzt werden muss, Maischevergoren teils in der Amphore, unfiltriert und ungeschwefelt. (Götz Drewitz)

 

 

Farbe

Goldgelb

 

Nase

Es kann sein, dass man bei diesem Wein den allerersten Eindruck hinter sich lassen sollte, da er irgendetwas mit Landwirtschaft zu tun hat. Also, den Wein ins Glas oder – noch besser – in die Karaffe schütten und ein paar Minuten warten: Dann wird der Wein olfaktorisch unaufdringlich, präsent und einnehmend. Der Pi:we Souvignier Gris zeigt dann Noten von Backäpfeln samt Schalen, reifen Birnen und Birnenquitten, Grapefruits und gelben Pfirsichen, vor allem aber auch von Wollwachs, Butterkeksen, etwas warmer Brioche und Hefe, Stein, leicht gerösteten Haselnüssen und ein paar Walnüssen und etwas Hopfen.

 

Gaumen

Am Gaumen wirkt der 2019er Pi:we-Souvignier Gris entspannt in seiner reifen Frucht und der auch am Gaumen durchaus goldgelben Anmutung. Hier wirkt sich nun der lange Maischekontakt aus, bringt eine feine Textur, Trockenextrakt und eine angenehme Griffigkeit an den Gaumen. Die Säure wirkt reif, ist aber hoch spannend. Man meint, eine ganz leichte, kaum wahrnehmbare Kohlensäure zu spüren, die die Textur noch spannender macht. Auch hier ist wieder eine süße Note in dem nicht ganz durchgegorenen Wein zu spüren. Der lange Hefekontakt bewirkt das Übrige und sorgt zudem für eine leichte Fülle. Hinzu kommt eine deutliche, aber perfekt passende Marzipan-Note. Würde ich es nicht besser wissen, hätte ich den Wein irgendwo zwischen Loire und Jura angesiedelt. Als Experiment habe ich ihn über drei Wochen getrunken und die geöffnete Flasche bei Zimmertemperatur stehen gelassen. Der ungeschwefelte Wein ist immer nur noch besser geworden.



Speiseempfehlungen von Christoph Raffelt:


 
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