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Orchis
Das Weingut
Dem Himmel sehr nah – die Domaine des Orchis in der Haute-Savoie
Zu den letzten, noch weitgehend unbekannten Weinbaugebieten Frankreichs gehören die rund 2.100 Hektar der Savoyen. Gleichzeitig entstehen hier einige der interessantesten Weine des Landes mit autochthonen Rebsorten wie Altesse und Mondeuse. Einer der Bewahrer dieser Rebsorten ist Philippe Héritier, der 2007 die Domaine des Orchis gründete.
Weine der französischen Alpen
Auf einen Blick
- 2007 von Philippe Héritier gegründet
- Autochthone Sorten: Altesse und Mondeuse
- Kalkstein des Trias und Gletschermoränen
- Minimale Eingriffe, wenig oder kein Schwefel
Man könnte meinen, das alpine Klima würde den Weinbau eigentlich unmöglich machen. Tatsächlich handelt es sich aber um ein gemäßigt kontinentales Klima. Schon die Allobroger haben dort noch vor den Römern Weinbau betrieben. Die Durchschnittstemperatur in Annency, der nächsten größeren Stadt neben Poisy, beträgt im April bis zu 16 °C, im Juli bis zu 26 °C und im September immer noch bis zu 21 °C. Die Weinberge zeichnen sich durch sehr unterschiedliche Terroirs aus. Es gibt Böden mit hohem Schieferanteil, solche mit viel Quarzit, aber auch solche aus Gletschermoränen und sehr steinige Kalkböden. In den Savoyen haben sich neben Gamay, Pinot Noir und Chardonnay eine ganze Reihe autochthoner Rebsorten erhalten. Einige von ihnen waren bis vor zwei Jahrzehnten vom Aussterben bedroht, bis die Renaissance der Savoyer Weine begann. Die Jacquère führt mit 42 % vor der Altesse (15 %). Es folgen Mondeuse, Roussanne und in geringerem Maße Gringet, Persan und Molette.
Die Weinberge der Domaine
Die rund fünf Hektar Weinberge der Domaine des Orchis - Orchis steht für das Kleine Knabenkraut, eine Orchideenpflanze - bestehen vor allem aus Kalkstein des Trias und Gletschermoränen. Das ist eine Seltenheit, denn die Weinberge von Philippe Héritier liegen rund um den See von Annency - relativ weit entfernt von allen anderen Weinbergen Savoyens. Sie befinden sich auf einer Höhe von 350 bis 450 Metern und beherbergen die Rebsorten Mondeuse, Altesse und Molette, aber auch ein wenig Pinot Noir.
Einige Parzellen liegen in der Nähe des südlichsten Juragebirges, knapp außerhalb der Grenzen des Frangy Cru, wo das kühlere Klima im Allgemeinen frischere und kantigere Weine hervorbringt als im Süden. Dazu gehört ein außergewöhnliches Terroir in der Nähe von Desingy mit schwindelerregend steilen, nach Süden ausgerichteten Weinbergen (die früher wegen der schweren Arbeit aufgegeben wurden), wo er 2,5 Hektar mit Altesse und etwas Mondeuse bepflanzt hat. Der Boden besteht aus einer Mischung aus Kalk, Lehm und Gletscherschutt, und der geringe Ertrag von 25 Hektar verleiht den Trauben eine natürliche Dichte, die die zusätzliche Frische ausgleicht. Außerdem besitzt er 0,6 ha Mondeuse in Collonges, am Haupthang hinter Frangy, und weitere 0,8 ha in Peillonnex (1992 vom Vorbesitzer gepflanzt), die Philippe 2007 seine erste Ernte bescherten.

VINATUREL
Die Weinberge liegen auf rund 400 Metern deutlich nördlicher und kühler als die der meisten anderen Winzer der Savoyen.

Vom Banker zum Winzer
Die Weine
Die Altesse-Trauben für den Quintessence d‘Altesse – in Savoyen wird die Rebsorte auch Roussette genannt, weshalb es sich auch um einen AOP Roussette de Savoie handelt – werden als ganze Trauben gepresst, bevor sich die Hefe über 24 Stunden absetzen kann. Der Most wird dann in gebrauchte Barriques umgefüllt, wo er ein Jahr lang auf der Vollhefe gärt und reift. Der Instant Present Mondeuse durchläuft eine 72-stündige Vorgärung als Macération Semi-Carbonique, bevor er im Beton weitergärt. Danach reift er rund zehn Monate auf der Hefe in mehrjährigen Barriques und wird mit minimalem Schwefelzusatz ohne Schönung und Filtration abgefüllt. Der Quintessence Mondeuse wird zu ca. 90 % entrappt. Er durchläuft eine ca. fünfwöchige Macération Semi-Carbonique. Der Ausbau erfolgt in gebrauchten Barriques, in denen er ca. 18 Monate verbleibt, bevor er ohne Schönung und Filtration assembliert und abgefüllt wird.
Neben seiner Tätigkeit als Winzer züchtet Philippe jedes Jahr 300.000 Weinbergschnecken, die an viele der besten Restaurants des Landes verkauft werden. Damit setzt er die Arbeit seines Vaters fort, der 1995 mit der Schneckenzucht begann. Dieses Jahr wurde das Weingut in die Auswahl des GUIDE DES MEILLEURS VINS DE 2024 der LA REVUE DU VIN DE FRANCE aufgenommen: „Dieser einzigartige und inspirierende Stil, der sehr persönliche und subtile Cuvées hervorbringt, ist ein großartiges Debüt in unserer Auswahl 2024“.
Dezember 2023

Sortiment ·
Die Weine von Orchis
Der Index zur Trockenheit, bzw. zur Süße des Weines berücksichtigt die gesamte Struktur des Weines und kombiniert dabei Restzucker, Säuregehalt und Alkoholgehalt. Es geht hierbei nicht um Laboranalysen, sondern um das subjektive Empfinden von Süße auf dem Gaumen. Die Daten stammen von den Weingütern selbst und werden bei unseren Verkostungen geprüft.
Trocken
Rein technisch gesehen nicht völlig trocken aber keine Süße auf dem Gaumen, eventuell etwas runderer Abgang
Mittlere Süße, insbesondere bei jungen Weinen. Teilweise reduziert sich die Süße mit dem Reifeprozess
Süßlicher Wein
Hohe Süße wie bei einem Vendages Tardive, jedoch ohne die durch die Edelfäule* verursachte Reichhaltigkeit
Die Vendages Tradives (Elsässer Spätlese), unterliegen strenger staatlicher Kontrolle. Bei den überreif geernteten Trauben muss das alkoholische Potential mindestens 15,3% betragen (118 Oechsle). Ein Zuckerzusatz (Chaptalisation) ist nicht erlaubt.
Zum Charakter der Grand Cru Rebsorten kommt hier der Zuckergehalt und die Konzentration durch die Edelfäule.
Bei der Sülection de Grains Nobles (Elsässer Trockenbeerenauslese), werden ausschließlich von Edelfäule befallene Trauben verwendet.
Das alkoholischen Potential muss mindestens 18,20% (134,8 Oechsle) betragen. Im Vergleich zu den Vendages Tardives sind die Weine noch wuchtiger und konzentrierter. Diese Meisterwerke der Winzerkunst bieten ein lang anhaltendes Geschmackserlebniss.
* Edelfäule (Botrytris cinerea) auch als Grauschimmel oder Edelfäulpilz bezeichnet ist ein Pilz der reife Weintrauben bei feuchtem und gleichzeitig warmen Herbstwetter befallen kann. Der Schimmelpilz perforiert die Schalen der Trauben und fördert damit die Verdunstung was zu einer Konzentration der Aromen des Weines führt. Außerdem verbraucht er wesentlich mehr Säure als Zucker und fördert dadurch die Süße des Mostes (bis zu 45% Zuckergehalt).
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