Farbe:
Leuchtendes, seidiges Purpur mit zartem Glanz, leicht aufgehelltem Rand und schimmernden violetten Reflexen.
Nase:
Typisch Tempranillo und klare Herkunft Rioja, zugleich exemplarisch für den Stil des Weinguts zwischen Moderne und Tradition. Die Aromatik oszilliert zwischen dunkler Würze und spürbarer Leichtigkeit. Markant sind die Holzaromen: Vanille, Röstnoten, Kokosnuss, dunkle Schokolade und gerösteter Kaffee, ergänzt durch Tabakblätter, Zedernholz und Anklänge von Zigarrenkiste. Die Reife ist präzise eingefangen, das Holz wirkt verstanden und integriert, wodurch die Frucht förmlich aufblüht. In dieser Verzahnung zeigen sich intensive Würzaromen, die sich mit der Frucht vermählen: Schwarzkirsche, Brombeere und Schattenmorelle, dazu reife Erdbeere und Himbeere. Fein unterlegt von Lakritz, Pfeffer, Wacholder, Leder und einem Hauch Rosmarin entsteht ein vielschichtiges, würzig-fruchtiges Gesamtbild.
Gaumen:
Am Gaumen bringt der Wein Kühle und Frische zum Ausdruck, die Eleganz der Höhenlagen ist klar spürbar. Eine zupackende, griffige Säurestruktur sorgt für Adstringenz und Animation, kraftvoll ohne Übermaß. Die Reife und Frucht sind präsent, zugleich bleibt der Eindruck saftig, dunkel und präzise. Dunkle Frucht, Würze und Griff verbinden sich mit einem seidigen, samtigen Grundgerüst. Trotz Struktur und Tiefe wirkt der Wein nonchalant und unkompliziert, unaufdringlich und doch selbstbewusst. Im Nachhall kehren die würzigen Noten zurück: Kaffee, Zedernholz, Vanille und Kokosnuss hallen klar nach. Ein klassischer Rioja in moderner Lesart, als zugänglicher Einstieg in die Stilwelt von Remírez de Ganuza überzeugend und stimmig.
Verkostet im Dezember 2025
Geschmorte Lammkeule mit Polenta. Rosmarin und dunkler Jus
Geschmorte Rinderbacke mit Wurzelgemüse
Gereifter Hartkäse


Remirez de Ganuza
Fernando Remírez de Ganuza hatte sich bei der Gründung der Bodega im Jahre 1989 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Eines Tages den besten Wein der Region zu machen. Seine damalige Tätigkeit als Grundstücksmakler half ihm, die besten und ältesten Weinberge zu kaufen. Seine akribische und nachhaltige Arbeitsweise hat sich ausgezahlt. Robert Parker Jr. hat die Bodega bereits als das spanische Pendant zu Château Latour betitelt. Eine Besonderheit ist die Selektion der Reben. Für die Reserva-Weine werden nur die Schultern der Reben verwendet, da diese mehr Konzentration und Eleganz bieten. Die Spitzen wandern in den in Deutschland nicht erhältlichen Jungwein. Beim Trasnocho wird zusätzlich ein mit Wasser gefüllter Membransack verwendet, der über Nacht (Trasnocho) die Trauben besonders schonend presst, ohne dass dabei die Traubenkerne aufplatzen.


















