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Guiberteau
Das Weingut
Romain Guiberteau und seine meisterhaften Weine aus Brézé
Neben den Foucault-Brüdern vom Clos Rougeard, die seine Lehrmeister waren, galt Romain Guiberteau lange Zeit als zweite Lichtgestalt von Saumur. Seitdem einer der Brüder verstorben ist und der andere Clos Rougeard verkauft hat, kann man Romain Guiberteau wohl als die Nummer eins im Bereich Saumur und speziell am Hang von Brézé bezeichnen.
Auf einen Blick
- Führender Winzer von Saumur-Brézé
- Schüler von Nady Foucault
- Monopollage Clos des Carmes
- Chenin: spontan, kaum Schwefel, unfiltriert
Neubeginn in Brézé
Romain, der eigentlich Jura studiert hat, übernahm den 1934 gegründeten Hof im Jahr 1996 von seiner Familie, nachdem die Weinberge 20 Jahre brachgelegen hatten und sich niemand entschließen konnte, die Domaine zu führen. Heute kann man sich das kaum noch vorstellen, doch tatsächlich gab es über Jahrzehnte kaum Nachfrage nach diesen Weinen, und das einst so berühmte Brézé war ein Hort einer miserablen Landschaft mit totgespritzten Flächen, in denen einzig die Parzelle der Foucaults eine Ausnahme bildete.
Filetstücke und Monopollagen
Romains Großvater Robert hatte aber solche Filetstücke erworben, dass Romain es einfach versuchen musste, diesen Parzellen und dieser Region wieder Glanz zu verleihen. Zudem hatte er das Glück, dass Nady Foucault ihn unter seine Fittiche genommen und mit ihm auch die Weinberge instand gesetzt hat. Zum Besitz gehören Parzellen in direkter Nachbarschaft zu denen von Clos Rougeard in Brézé sowie die Monopollage „Clos des Carmes“, aus der sein größter Wein entsteht. Hinzugekommen ist im Jahr 2003 der „Clos de Guichaux“, den Guiberteau in einer sélection massale gepflanzt hat. Beim Cabernet Franc sind es namentlich zwei Lagen, die Guiberteau auf den Etiketten ausweist: „Les Arbois“ aus Brézé und „Les Motelles“ in Montreuil-Bellay.
CHRISTOPH RAFFELT
Diese Weine sind sowohl Ausdruck des Terroirs als auch einer klaren handwerklichen Idee.
Ein eigener Stil
Tatsächlich haben sich damals die ersten 5.000 Flaschen, die er erzeugt hat, schnell verkauft, und so war ihm klar, dass es die richtige Entscheidung war, die Weine selbst zu vermarkten, statt die Trauben an die Kooperative zu geben, die sein Großvater zu Anfang des 20. Jahrhunderts mitgegründet hatte. Recht schnell hat Guiberteau einen eigenen Stil entwickelt. Die Chenin-Trauben werden als ganze Trauben langsam gepresst, spontan vergoren und lange gereift. Dabei kommt kaum Schwefel zum Einsatz, keine Schönung und keine Filtration. Genutzt werden zum Ausbau teils Beton-Cuves, teils gebrauchte Fässer und nur sehr wenig Neuholz. Obwohl Guiberteau heute über 17 Hektar verfügt, sind viele Weine rar. Vor allem die Weißweine, für die er am bekanntesten ist – wobei man seine Roten mit der klaren, tiefen Frucht nicht außer Acht lassen sollte – sind ein Beispiel für präzisen, lebendigen Chenin Blanc mit großer Tiefe und Komplexität. Es sind Weine, die eine enorme Spannung aufbauen zwischen vibrierender Mineralität, Fülle und Saftigkeit mit teilweise feinsten, hellen Karamelltönen und deutlichen Spuren von Reduktion. Diese Weine sind sowohl Ausdruck des Terroirs als auch einer klaren handwerklichen Idee, die Romain Guiberteau in ihnen verankert hat und die sie einzigartig macht.

Sortiment ·
Die Weine von Guiberteau
Der Index zur Trockenheit, bzw. zur Süße des Weines berücksichtigt die gesamte Struktur des Weines und kombiniert dabei Restzucker, Säuregehalt und Alkoholgehalt. Es geht hierbei nicht um Laboranalysen, sondern um das subjektive Empfinden von Süße auf dem Gaumen. Die Daten stammen von den Weingütern selbst und werden bei unseren Verkostungen geprüft.
Trocken
Rein technisch gesehen nicht völlig trocken aber keine Süße auf dem Gaumen, eventuell etwas runderer Abgang
Mittlere Süße, insbesondere bei jungen Weinen. Teilweise reduziert sich die Süße mit dem Reifeprozess
Süßlicher Wein
Hohe Süße wie bei einem Vendages Tardive, jedoch ohne die durch die Edelfäule* verursachte Reichhaltigkeit
Die Vendages Tradives (Elsässer Spätlese), unterliegen strenger staatlicher Kontrolle. Bei den überreif geernteten Trauben muss das alkoholische Potential mindestens 15,3% betragen (118 Oechsle). Ein Zuckerzusatz (Chaptalisation) ist nicht erlaubt.
Zum Charakter der Grand Cru Rebsorten kommt hier der Zuckergehalt und die Konzentration durch die Edelfäule.
Bei der Sülection de Grains Nobles (Elsässer Trockenbeerenauslese), werden ausschließlich von Edelfäule befallene Trauben verwendet.
Das alkoholischen Potential muss mindestens 18,20% (134,8 Oechsle) betragen. Im Vergleich zu den Vendages Tardives sind die Weine noch wuchtiger und konzentrierter. Diese Meisterwerke der Winzerkunst bieten ein lang anhaltendes Geschmackserlebniss.
* Edelfäule (Botrytris cinerea) auch als Grauschimmel oder Edelfäulpilz bezeichnet ist ein Pilz der reife Weintrauben bei feuchtem und gleichzeitig warmen Herbstwetter befallen kann. Der Schimmelpilz perforiert die Schalen der Trauben und fördert damit die Verdunstung was zu einer Konzentration der Aromen des Weines führt. Außerdem verbraucht er wesentlich mehr Säure als Zucker und fördert dadurch die Süße des Mostes (bis zu 45% Zuckergehalt).
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