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Jestin

AOC Champagne
Chardonnay, Pinot Noir, Pinot Meunier
Das Weingut

Das Weingut

Hervé Jestin – der Großmeister der Biodynamie in der Champagne

Man kann es ohne Übertreibung so formulieren: Obwohl Hervé Jestin sein eigenes Weingut erst 2006 gründete, hat er längst Geschichte geschrieben und ist einer der einflussreichsten Berater der gesamten Region. Und obwohl er es eher im Nebenerwerb betreibt, entstehen hier einige der größten und leider auch extrem raren Champagner.

Auf einen Blick

  • Hervé Jestin: Großmeister der Biodynamie
  • Trauben von Léclapart, Laval und Lahaye
  • Grundweine reifen in eiförmigen Tonfässern
  • Extrem rar: Jestin und Clos de Cumières

Vom Chef de Cave zum Berater

Schon mit 24 Jahren wurde Hervé Jestin nach seinem Önologiestudium im Jahr 1981 zum Chef de Cave des Hauses Duval-Leroy ernannt und hat lange den Stil des Guts geprägt. Während dieser Zeit, genauer im Jahr 1981, setzte Hervé mit großem Erfolg auf Biodynamie. Anfang der 2000er Jahre wechselte er in die Selbstständigkeit, denn der Bedarf an Beratern in Bezug auf Önologie in Verbindung mit Biodynamie war in der Champagne und weit darüber hinaus riesig. Vor einigen Jahren bekam er ein Angebot vom Champagne-Haus Leclerc-Briant, das er nicht ablehnen konnte, sodass er neben seinen eigenen Tätigkeiten erneut Chef de Cave geworden ist.

Négociant-Manipulant mit berühmten Schülern

Hier soll es jedoch um Champagne Hervé Jestin gehen, die Hervé mit Unterstützung seines Bruders Yann realisiert hat. Das Haus ist ein sogenannter Négociant-Manipulant, es bezieht also einerseits Trauben von anderen Erzeugern, andererseits besitzt er eine eigene Parzelle. Die Erzeuger wiederum sind natürlich nicht irgendwelche, sondern drei seiner Schüler: David Léclapart, Vincent Laval und Benoît Lahaye. Bei manchem mag es nun klingeln, denn ja, dieser Champagner namens „Jestin“ ist so etwas wie der Bruder des „Sapience“ von Benoît Marguet. „Sapience“ wird sogar von beiden zusammen vinifiziert und basiert ebenfalls auf uralten Chardonnay-Anlagen von Léclapart, Meunier von Laval und Pinot Noir von Lahaye.

CHRISTOPH RAFFELT

„Ein Grund für die Ausgeglichenheit ist die Lagerung der Grundweine in eiförmigen Tonfässern.“

„Jestin“ und „Clos de Cumières“

Hinzu kommt der Clos de Cumières aus der gleichnamigen 0,5-Hektar-Parzelle mit alten Pinot-Noir- und Chardonnay-Beständen. „Jestin“ und „Clos de Cumières“ sind extrem rare Champagner, die jedoch ein Maß an Balance und innerer Dichte, Kraft und Finesse, vibrierender Energie, salziger Mineralität und Präzision an den Tag legen, wie man sie nur sehr selten findet. „Ein Grund für die Ausgeglichenheit“, sagt Hervé, „ist die Lagerung der Grundweine in eiförmigen Tonfässern“. Das Ellipsoid sei die perfekte Form zum Ausbau von Wein. Das Ergebnis spricht definitiv für sich. Wer die Chance hat, eine der raren Flaschen für sich zu reservieren, kann sich glücklich schätzen.

Text von Christoph Raffelt
Author Christoph Raffelt
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