Farbe:
Sattes Goldgelb bis Zitronengelb mit leicht grünlich schimmernden Reflexen.
Nase:
Die Nase öffnet sich intensiv und zugleich ungewöhnlich vielschichtig, mit einer faszinierenden Balance aus vegetabiler Tiefe und reifer Frucht. Deutlich präsent sind gelbe und weiße Wurzelgemüse wie Mairübchen, Steckrüben, Schwarzwurzel und Pastinake, ergänzt von Mais und einer fast süßlich-erdigen Note von gekeltertem Mais, die der Aromatik einen eigenständigen, beinahe hakenförmigen Charakter verleiht. Kräutrig unterlegt wird das Ganze von Petersilienwurzel, Kerbel, Melisse, Anis, Fenchelsaat und Koriander, immer wieder durchzogen von einer klaren, kühlen Kräuterfrische. Auf der fruchtigen Seite zeigen sich reife Mirabelle, Khaki, grüne Mango sowie kandierte gelbe Äpfel. Die Intensität ist hoch, der Duft wirkt dicht, einladend und zugleich spannungsvoll, getragen von diesem reizvollen Wechselspiel zwischen Frucht, Gemüse und Kräutern.
Gaumen:
Am Gaumen präsentiert sich der Wein druckvoll und kompakt, mit klarer innerer Spannung. Eine feine, durchgängige Bitterstoffstruktur aus Tannin und Gerbstoff zieht sich präzise durch den Mundraum und verleiht dem Wein Halt und Energie. Die Säure schreitet kraftvoll voran, ist dabei perfekt integriert und niemals vordergründig, übernimmt jedoch klar die führende Rolle, indem sie die vegetabilen und fruchtigen Aromen stets bündelt und kontrolliert. Trotz der Substanz bleibt der Wein im Nachhall schlank und saftig zugleich, ohne jede Schwere. Nichts drängt sich auf, alles wirkt wohlportioniert und balanciert. Im Abgang ergänzen sich gelbe, vegetabile, fast erdige Nuancen – insbesondere gelbe Bete – mit würzigen Anklängen von Piment, Anis, Fenchel und Koriander zu einem langen, ruhigen und zugleich spannenden Finale.
Verkostet im Januar 2026
Geschmorte Lammkeule mit Fenchel, Koriandersaat und Ofengemüse mediterraner Prägung
Gefüllte Kohlrouladen mit würziger Gemüse-Getreide-Füllung aus der osteuropäischen Küche
Gebratener Zander mit gelber Bete, Pastinakenpüree und Kräuteröl


Scarbolo
Das Weingut Scarbolo liegt in den Friuli Grave, den östlichen Hügeln des Friaul. Dort haben Mattia und seine Schwester Lara den von ihrem Vater gegründeten Betrieb seit 2020 mit ihm zusammen komplett auf links gezogen. Mattia, der zunächst in der Finanzwelt von New York gelandet war, fühlte damals den Wunsch, zurückzukehren zur heimischen Scholle. Lara hatte bereits in Udine und in Bordeaux studiert und unter anderem bei Franz Haas und Vie di Romans gearbeitet. Mattia und Lara wurden inspiriert von Persönlichkeiten wie Luca Roagna oder Arianna Occhipinti. Die Geschwister haben den Anbau sofort auf biologische Wirtschaftsweise mit biodynamischen Einflüssen umgestellt, sich um fast 50% verkleinert und auch das Sortiment klar gestrafft, um in Zukunft einige der prägnantesten Weine des Friaul zu erzeugen. Dabei steht der Pinot Grigio in all seinen möglichen Facetten, die bis heute viel zu selten ausgelotet werden, im Mittelpunkt.






