Farbe:
Sattes, leuchtendes Dunkelrot mit purpurn-violetten Reflexen und dichtem Kern.
Nase:
Die Aromatik öffnet sich mit einer intensiven, zugleich erstaunlich kühlen und seidigen Frucht. Dunkle Beeren dominieren das Bild: Blaubeere, Cassis, Holunderbeere und Brombeere, dazu die saftige, leicht süß wirkende Anmutung von eingelegter Schattenmorelle. Die Frucht wirkt konzentriert, bleibt aber geschmeidig und elegant – fast cremig in ihrer Textur. Dahinter treten dunkle, balsamische Nuancen hervor: Schlehe, Lakritz und ein Hauch etherischer Würze. Pfeffer, Eukalyptus, Minze und Rosmarin setzen frische, kräutrige Akzente, während eine zarte Note von frisch gehobelter Kokosnuss eine subtile exotische Facette beisteuert. Auffällig ist eine feine reduktive Spannung, die immer wieder durch die Frucht blitzt und dem Wein Tiefe und Frische verleiht, ohne je störend zu wirken. Dadurch entsteht fast der Eindruck einer leicht karbonischen Gärprägung – ähnlich der cremigen, saftigen Fruchtstruktur, wie man sie aus dem Beaujolais kennt – nur hier mit der dunklen Intensität der Toro-Frucht.
Gaumen:
Am Gaumen setzt sich diese Stilistik nahtlos fort. Trotz der für die Region typischen Kraft wirkt der Wein erstaunlich feingliedrig und schlank. Die Textur ist seidig, kühl und präzise, getragen von einer lebendigen, straffen Säurestruktur, die der dunklen Frucht enorme Spannung verleiht. Blaubeere, Cassis und Kirsche erscheinen klar und pur, flankiert von einer feinen balsamischen Würze. Der Alkohol bleibt erstaunlich gut eingebunden und wird durch Frische und Struktur ausbalanciert. Im Finale zeigt sich der Wein rassig und elegant, mit vibrierender Energie und einem bemerkenswert hohen Trinkfluss. Er bewegt sich permanent auf dieser schmalen Rasierklinge zwischen Konzentration und Leichtigkeit – ein Wein mit Finesse, der trotz seiner Herkunft nie schwer wirkt, sondern animierend und saftig bleibt.
Verkostet im März 2026
Gebratener Reis mit Wurzelgemüse und Hoisin-Sauce
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Quinta de la Quietud
Die Geschichte des begnadeten Weinmachers Jean-François Hébrard liest sich spannender als ein Krimi. Bereits sein Großvater und sein Vater waren im Bordeaux als Winzer tätig. In seiner Heimat Bordeaux konnte Jean-François nach seinem Önologiestudium dann auch die ersten praktischen Erfahrungen sammeln. Es folgten Aufenthalte in Burgund und Zentralspanien, bis er schließlich in der Region Toro seinen Traum fand. Er erkannte sofort das Potenzial, welches die äußerst kargen Böden in Kombination mit alten Reben hervorbringen können. Er setzte von Beginn an auf biodynamische Praktiken, die er vorher bei dem Kultwinzer Laurent Combier, einem Pionier des ökologischen Weinbaus, erlernt hatte. Das Ergebnis sind reinsortige Spitzenweine.











