Farbe:
Helles Goldgelb mit seidenmattem Schimmer.
Nase:
Die Nase des 2024 Le Grand Blanc der Maison Stéphane hat keine Gnade: extraktreich und dicht duftet er nach lang gezogener Kräuter-Tinktur und vitalisierendem Tonikum. Kamille, Kräutertee, Schafgarbe – erst dann zeigen sich mit zunehmender Belüftung Noten nach Zitrus, dem Weißen der Amalfi-Zitrone sowie gestoßenen Austernschalen. Vollreife Honigmelone, Pfirsich und Holunderblüten in der Kopfnote lassen das Rad zum Kreise werden. Ein Wein, der von großen Gläsern und ausreichender Belüftung profitiert.
Mund:
Supersaftig im Antrunk zeichnet er einen Gegenentwurf zu der geradezu überschwänglichen Nase. Salzig und straff fließt er mit großer Präzision über den Gaumen, der weit gespannte, pikante Säurebogen erhellt das gesamte Esszimmer wie ein langsam aufdrehender Dimmer. Cremig texturiert mit frischer Kontur fließt er druckvoll mit vibrierender Spannung und solidem Bass ins kühle, lang anhaltende Finish.
Tasted in June 2026
Steinpilz-Risotto mit reifem Comté
Gebratener Steinbutt mit Fenchel-Beurre-blanc
Poularde in Morchel-Sauce
Maison Stephan
Stephan startete 1991 mit drei Hektar in der Gemeinde Tupin. Er hatte das Glück, dass er damals einen Weinberg mit sehr alten Rebstöcken erwerben konnte. Einen zweiten Weinberg pflanzte er neu und vinifizierte 1994 seinen ersten Wein. Seine Weine unterschieden sich deutlich von denen der anderen Winzer an der Côte-Rôtie. Sein völlig eigener Stil hatte viel mit seiner Arbeit im Keller zu tun. Im Weinberg arbeitet er komplett von Hand, biologisch-organisch mit mechanischer Bodenpflege unter Verzicht auf jedwede chemische Mittel. Im Keller erfahren die Trauben, die nicht entrappt werden, eine 24-stündige Vorgärung, bevor sie spontan in einer macération carbonique bei kühlen 10° C über rund 20 Tage hinweg vergoren werden. Nach dem Ausbau der Weine wird lediglich bei der Füllung ein Minimum an Schwefel hinzugefügt. Die Weine werden weder geschönt noch filtriert.


















