Farbe:
Prägnantes Strohgelb mit seidenmattem Schimmer.
Nase:
Die Nase des 2024 Meparo Pinot Grigio von Scarbolo dreht hart am Aromenrad, das nur langsam zur Ruhe kommt: Vollreife, pausbäckige rote Äpfel und gelbe Birnen füllen seinen Fruchtkorb, dazu kommt vollreifer, tropfnasser Pfirsich nebst zart zitrischen Noten nach Orangenblüten und Zesten. Etwas Lindenblüte nebst einer prall gefüllten Honigwabe ist ebenso wenig ausgeschlossen wie Noten nach frisch gepresstem Leinöl. Ein Kaleidoskop fortwährend changierender Aromatik.
Mund:
Am Gaumen ist er trotz seiner fast bacchisch konturierten Nase erstaunlich diszipliniert. Es geht hier stilistisch nicht um schlichte Frische, sondern um einen substanziellen, präzise gezeichneten Pinot Grigio mit Kräuterwürze, heller Frucht sowie einer aromatischen, feinen Bitternote mit salzig-mineralischem Zug im würzig geprägten Nachhall.
Tasted in June 2026
Kürbis aus dem Ofen mit Salbeibutter und Amarettini-Crumble
Meeräsche in Nussbutter gebraten
Schweineschulter aus dem Ofen mit Pastinaken und Dörrobst
Scarbolo
Das Weingut Scarbolo liegt in den Friuli Grave, den östlichen Hügeln des Friaul. Dort haben Mattia und seine Schwester Lara den von ihrem Vater gegründeten Betrieb seit 2020 mit ihm zusammen komplett auf links gezogen. Mattia, der zunächst in der Finanzwelt von New York gelandet war, fühlte damals den Wunsch, zurückzukehren zur heimischen Scholle. Lara hatte bereits in Udine und in Bordeaux studiert und unter anderem bei Franz Haas und Vie di Romans gearbeitet. Mattia und Lara wurden inspiriert von Persönlichkeiten wie Luca Roagna oder Arianna Occhipinti. Die Geschwister haben den Anbau sofort auf biologische Wirtschaftsweise mit biodynamischen Einflüssen umgestellt, sich um fast 50% verkleinert und auch das Sortiment klar gestrafft, um in Zukunft einige der prägnantesten Weine des Friaul zu erzeugen. Dabei steht der Pinot Grigio in all seinen möglichen Facetten, die bis heute viel zu selten ausgelotet werden, im Mittelpunkt.










