Farbe:
Sehr dichtes Kirschrot mit zartvioletten Reflexen und einem warmen, satten Kern von großer Harmonie.
Nase:
Die Nase ist atemberaubend dicht und zugleich ausgewogen, ein klassischer Ausdruck kraftvoller spanischer Stilistik, jedoch mit bemerkenswerter Präzision. Die Frucht spannt einen weiten Bogen von Süßkirsche über Holunder, Brombeere, Waldhimbeere, Maulbeere, Schattenmorelle und Pflaume, ergänzt durch tomatige Anklänge und einen feinen Hauch roter Bete. Diese Frucht wirkt warm, großzügig und tief erdig, ohne jede Schwere.
Röstaromen von Kaffee im First Crack, geriebener dunkler Schokolade und Lakritz legen sich eng um das Fruchtbild, begleitet von perfekt integrierten Fassnoten aus Kokosnuss und Vanille. Würzig-ätherische Akzente durchziehen die Nase mit Eukalyptus, Rosmarin und Thymian, dazu schwarze Olive und immer wieder die erdige, rote Bete als verbindendes Element. Pfeffer, Wacholder und Nelke vertiefen die Würze.
Das dunkle Aromenspektrum wird komplettiert durch Unterholz, Geäst, Pinienhaine, Kiefernnadeln, Tannenzapfen und Baumrinde. Trotz dieser Fülle bleibt die Nase harmonisch, stimmig und von einer frischen, etherischen Brise getragen.
Gaumen:
Am Gaumen zeigt sich der Wein enorm harmonisch und ruht förmlich in seiner Frucht. Diese wirkt ausgeprägt, warm und präsent, ohne jemals zu dominieren. Das Tannin ist perfekt integriert, schmilzt förmlich am Gaumen und ist weder bitter noch sperrig. Es kleidet den Mundraum sanft aus und lässt unmittelbar Raum für die Frucht, die sich schichtweise weiter entfaltet.
Frucht, Tannin, Säure, Würze und etherische Frische greifen nahtlos ineinander und erzeugen ein tiefes Gefühl von Ausgewogenheit, Eleganz und Zeitlosigkeit. Der Wein wirkt kraftvoll, dabei ruhig und souverän, mit enormer Länge. Am Gaumen bleibt er minutenlang präsent, ohne an Spannung zu verlieren.
Im Nachhall breitet sich Umami aus, die Frucht wirkt leicht ausgewaschen, fast schwebend, bleibt jedoch klar und animierend. Trotz des spürbaren Alkohols wirkt der Wein erstaunlich zugänglich, frisch und trinkfreudig — ein großer, harmonischer Schluck, der nicht enden möchte.
Tasted in December 2025
Ofengerösteter Blumenkohl mit Tahin, Zitronenzeste und Kräutern
Geschmorter Fenchel mit Tomate, Olive, Rosmarin und Orangenabrieb
Gegrillter Oktopus mit Paprika, schwarzem Knoblauch und Olivenöl
Quinta de la Quietud
Die Geschichte des begnadeten Weinmachers Jean-François Hébrard liest sich spannender als ein Krimi. Bereits sein Großvater und sein Vater waren im Bordeaux als Winzer tätig. In seiner Heimat Bordeaux konnte Jean-François nach seinem Önologiestudium dann auch die ersten praktischen Erfahrungen sammeln. Es folgten Aufenthalte in Burgund und Zentralspanien, bis er schließlich in der Region Toro seinen Traum fand. Er erkannte sofort das Potenzial, welches die äußerst kargen Böden in Kombination mit alten Reben hervorbringen können. Er setzte von Beginn an auf biodynamische Praktiken, die er vorher bei dem Kultwinzer Laurent Combier, einem Pionier des ökologischen Weinbaus, erlernt hatte. Das Ergebnis sind reinsortige Spitzenweine.












