Farbe:
Sehr gleichmäßiges Kirschrot mit zartvioletten Reflexen und leicht aufhellenden Rändern, erstaunlich hell und transparent für Carignan
Nase:
In der Nase sofort dieses typische Dunkle und Mediterrane, das man an Carignan aus dem Priorat schätzt: schwarze Oliven, erdige Tiefe und eine warme, großzügige Herzlichkeit. Würzig unterlegt mit Piment, Wacholder und Kubeben-Pfeffer, dazu ein Hauch Lakritz und frisch geriebene dunkle Kuvertüre. Eine feine, fast rauchig-gummierte Note – Autoreifen – fügt sich selbstverständlich ein und wirkt nicht störend, sondern regionaltypisch und charaktervoll.
Die Frucht zeigt sich vielschichtig und laut, aber nie üppig: Maulbeere, Himbeere, Schattenmorelle, Süßkirsche und Brombeere, getragen von einem animierenden, säuerlichen Biss, wie eine Handvoll frischer Beeren. Mediterrane Akzente von Rosmarin ergänzen das Bild, dazu Waldboden und Johannisbeerstrauchholz, etwas Geäst und subtil holzig. Grüne, erdige und fruchtige Nuancen greifen weiter aus in Richtung Tomate, Paprika und rote Bete. Insgesamt süßlich-verführerisch, dabei tief, erdig und klar mediterran geprägt, mit bemerkenswerter Eleganz und Präzision für eine warme Herkunft.
Gaumen:
Am Gaumen zeigt sich der Wein schmackhaft, herzhaft und zugleich erstaunlich elegant, getragen von einer saftigen, fruchtig-erdigen und vegetabilen Grundspannung. Der Verlauf ist klar zugespitzt, fast linear, geführt von einer hochstehenden, griffigen Säure, die für die Region ungewöhnlich präsent ist und dem Wein enorme Trinkanimation und Leichtfüßigkeit verleiht. Diese Säure wirkt adstringierend, präzise und belebend, ohne je fordernd zu werden.
Das Fruchtbild der Nase wiederholt sich stimmig und verschmilzt eng mit den vegetabilen Noten: Tomate, Paprika und ein feiner Hauch Rote Bete sind klar eingebunden und verleihen Tiefe und Charakter. Die Textur ist seidig und glatt, nahezu ohne wahrnehmbares Tannin, begleitet von wenigen, angenehm eingebetteten Bitterstoffen, die dem Wein zusätzliche Kontur geben.
Mit zunehmender Belüftung treten die würzigen und etherischen Komponenten deutlicher hervor: Eukalyptus und Minze ergänzen Rosmarin und Lakritz und bringen Frische und Präzision ins Spiel. Insgesamt bleibt der Wein schlank, animierend und frei von Schwere oder Konzentrationsdruck. Er wirkt warmherzig und großzügig, zugleich elegant, leichtfüßig und außerordentlich trinkfreudig — ein bemerkenswert feines, spannungsreiches Zusammenspiel von Carignan-Ausdruck und mediterraner Herkunft.
Tasted in December 2025
Geschmorte Lammkeule mit Rosmarin, Oliven und gebackenen Tomaten
Gegrillte Aubergine mit Tomatenragout, Paprika und schwarzem Pfeffer
Kaninchenragout mit Wacholder, Piment und leichter Jus
Terroir al Limit
Der Münchner Dominik Huber besuchte 1996 im Rahmen eines Praktikums beim renommierten Betrieb Cims de Porrera zum ersten Mal das Priorat und verliebte sich sofort in die malerische Gegend. Einige Jahre später begegnete er dort dem südafrikanischen Kultwinzer Eben Sadie und es begann eine fruchtbare Partnerschaft. Gemeinsam mit Jaume Sabaté suchte man nach den besten Einzellagen der Region. Ziel war es, mit autochthonen Rebsorten zu arbeiten und Lagenweine zu erzeugen, die ein Höchstmaß an Terroir wiederspiegeln. In den ersten Jahren wurden die Weine im Barrique ausgebaut, schon vor bevor Eben Sadie in 2013 ausschied, hat Dominik zügig auf Fuder und Betontanks umgestellt. Die Weine haben dadurch noch an Eleganz und Finesse gewonnen. Sie vereinen die einzigartigen Gegebenheiten der Region Priorat mit einer fast burgundischen Eleganz
































