Farbe:
Leuchtendes Goldgelb mit aufhellenden grünen Reflexen.
Nase:
Der Atalante zeigt sich zunächst ausgesprochen maritim und transportiert unmittelbar seine galicische Herkunft ins Glas. Die Aromatik wird von einer intensiven vegetabilen Komponente geprägt, die an weiße Rübe, Kohlrabi, jungen Mais und Fenchel erinnert, ergänzt durch Fenchelsaat und eine bemerkenswerte Frische. Darüber legt sich ein vielschichtiger Kräuterteppich aus Koriander, Kerbel, Melisse, Zitronenthymian, Zitronengras, Minze und Eukalyptus. Die Frucht bleibt bewusst im Hintergrund und dient eher als Kontrapunkt zur Kräuterwürze. Noten von Quitte, weißer Birne, weißem Pfirsich, frisch geschnittener Nashi-Birne und gelber Pflaume verleihen zusätzliche Tiefe, ohne den Charakter des Weines zu dominieren. Insgesamt wirkt die Nase straff, kühl und ausgesprochen atlantisch geprägt. Sie erinnert in ihrer grünen, vegetabilen Spannung entfernt an Sauvignon Blanc großer Herkunft, präsentiert sich jedoch deutlich weniger fruchtbetont, steiniger, karger und mineralischer. Gerade diese Zurückhaltung macht den Wein so faszinierend und einladen.
Gaumen:
Am Gaumen bestätigt sich der Eindruck der Nase eindrucksvoll. Der Wein besitzt eine dichte, schlanke und zugleich äußerst präzise Struktur. Die Säure ist präsent und tragend, wirkt jedoch niemals laut oder dominant, sondern integriert sich harmonisch in das Gesamtbild. Von Beginn an bestimmen salzige und mineralische Elemente den Verlauf. Die Frucht tritt bewusst in den Hintergrund und überlässt dem vegetabilen und kräuterwürzigen Spektrum die Bühne. Fenchel, Kräuter und die maritime Salzigkeit verschmelzen mit einer steinigen Mineralität, die dem Wein enorme Spannung verleiht. Der Übergang in den Nachhall wirkt ätherisch, frisch und glasklar. Feine Bitterstoffe sorgen für zusätzliche Kontur, während die Mineralität noch lange nach dem letzten Schluck präsent bleibt. Das Ergebnis ist ein Wein von bemerkenswerter Präzision und Energie, dessen größte Stärke nicht in aromatischer Opulenz, sondern in seiner Klarheit, seiner salzigen Tiefe und seiner kompromisslosen Herkunftstreue liegt.
Tasted in June 2026
Jakobsmuschel | Fenchel | grüner Apfel | Dashi
Steinbutt | Artischocke | Kerbelwurzel | Kräuteröl
Weiße Spargelspitzen | Austernemulsion | Fenchelpollen | Algenbutter
Attis Bodegas y Vinedos
Attis, das ist der neue Shooting Star aus Galicien. Der Familienbetrieb aus Meaño, einem kleinen Dorf an der Atlantikküste, hat eine einzigartige Lage. Die Weinberge liegen auf einer Höhe bis zu 400m. Das Mikroklima vor Ort ist im Sommer trocken, aber nicht zu heiß, während in den milden Wintern viel Nieder-schlag herrscht. Die Böden sind sandig und mit wenig Lehmanteil, was in dieser Gegend eher selten ist. Das verhindert Staunässe, und die Reben sind gezwungen, tief zu wurzeln - ideale Voraussetzungen also für äußerst mineralische und sehr frische Weine. Der sympathische Winzer Robustiano Fariña pflegt das Erbe und die Tradition der Weinbaukultur mit extremer Hingabe und Präzision. So ist Attis eines der ganz wenigen Weingüter, das alte, längst vergessene autochthone Rebsorten wie Caiño, Souson oder Espadeiro bewirtschaftet.















