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2019er Jahrgang




 
Domaine Huet - 2019er Jahrgang
Liebe FreundInnen und KundInnen,
als Noël Pinguet 2012 die Domaine Huet verließ, war dies für manche ein Schock. Andere warteten erst einmal ab, wie sich die Domaine weiter entwickeln würde. Pinguet hatte ohne Zweifel den Stil der Loire-Domaine über Jahrzehnte geprägt, die biodynamische Wirtschaftsweise eingeführt und Huet zu Weltruhm geführt.
Doch er hatte schon vorher den Staffelstab im Keller an seinen langjährigen Mitarbeiter, den Außenbetriebsleiter Jean-Bernard Berthomé, übergeben. Und der hat für Kontinuität gesorgt – auch in Zeiten wettertechnisch schwierigster Jahrgänge. Seine Weine aus den letzten Jahrgängen sind über alle Zweifel erhaben. An seiner Seite trat damals bereits der langjährige Önologen Benjamin Joliveau. 
Der ist ebenfalls ein Huet-Urgestein, ja er ist quasi auf der Domaine aufgewachsen, und er war dann 2019 derjenige, dem erneut der Staffelstab überreicht wurde, da Berthomé nun in die wohlverdiente Rente ging. Benjamin Joliveau hat 2019 nun offiziell seinen ersten Jahrgang vinifiziert – und er hat einen der besten Jahrgänge der Geschichte erzeugt, das ist relativ offensichtlich, auch wenn nur vier unterschiedliche Weine entstanden sind.
2019 war wieder ein herausfordernder, eigentlich aber ein genialer Jahrgang für trockene Vouvrays
Man sollte ja mit Superlativen sparsam haushalten, doch wenn man die 2019er Chenin blancs von Benjamin Joliveau probiert, dann kann einem ein Superlativ schon einmal herausrutschen. Tatsächlich kann man hier den Eindruck gewinnen, dass die Weine von Huet noch nie so präzise wirkten, noch nie so mineralisch und so elektrisierend. Dabei war auch der Jahrgang 2019 keineswegs einfach.
Die größte Herausforderung war der Wassermangel nach sengender Hitze im Sommer. Die Antwort darauf war viel Arbeit im Weinberg, frei nach dem Motto »un binage vaut deux arrosages« – »eine Hacke ist so viel Wert wie zwei Bewässerungen«. Tatsächlich hat das Team es geschafft, den Stress der Reben deutlich zu begrenzen und eine Säure in diesen Weinen zu konservieren, die sogar für die Erzeugung von Pétillants gereicht hat. So sind in der Domaine vier brillante Weine entstanden, die sich allerdings im Sec bis Demi-Sec-Bereich bewegen. Für die Erzeugung von Süßwein waren die Trauben zu konzentriert und boten nicht das notwendige Gleichgewicht – ganz anders als im Jahrgang zuvor. Doch für Stephan Reinhardt, der ja die Loire für Robert Parker’s The Wine Advocate bereist, war klar:
»Dies sind die feinsten, reinsten, delikatesten
und gleichzeitig intensivsten Vouvrays,
die ich in den letzten Jahren von Huet probiert habe.«
Stephan Reinhardt, Robert Parker’s The Wine Advocate
 
2019 – drei Lagen und vier Weine
In diesem Jahr wurden auf Huet trockene (sec) Weine aus den Lagen Le Haut-Lieu, Clos du Bourg und Le Mont vinifiziert sowie ein Le Mont demi-sec. Obwohl die Weine weitgehend gleich vinifiziert wurden und die Lagen in Vouvray jeweils nur rund 100 Meter voneinander entfernt sind, präsentieren sie sich doch wie üblich höchst unterschiedlich. Diese Unterschiede hat Benjamin Joliveau präzise herausgearbeitet. 
Der 2019er Le Haut-Lieu vom braunen Ton- und Lehmboden fasziniert durch eine fantastische Reinheit und Finesse, ja geradezu eine Leichtigkeit, die man eher an der Mosel als an der Loire erwartet. Die Frucht ist hell und glockenklar, die Würze fein und die Säure reif, aber brillant. Sie erinnert dabei durchaus an die Säurestruktur, die man oft auch in deutschen Rieslingen dieses Jahrgangs findet. 
Der 2019er Clos du Bourg vom Kalkboden zeigt sich parallel dazu reifer, dichter und tiefer bei einer ähnlichen Komplexität. Man kann den Kalk geradezu spüren in der tiefen Mineralität, die der Wein bietet. Hinzu kommt eine salzige, mundwässernde Komponente, der ebenso schwer zu widerstehen ist wie der tänzelnden Finesse des Le Haut-Lieu. Der Clos du Bourg 2019 ist ein herausragender Chenin: reif, tief, reich und komplex, aber auch rein und vital, mit großer Finesse und Eleganz und einem beeindruckenden Abgang. Der 2019er ist wahrscheinlich der erstaunlichste Clos de Bourg, den ich als jungen Wein je verkostet habe!   
Den Grand Cru des Hauses, den Le Mont, gibt es in 2019 als Sec und Demi-Sec, und es ist wahrhaft schwer, sich zwischen den beiden zu entscheiden. Der Wein vom Silex-Boden ist der Ultra-Marathon-Spezialist unter den Langstreckenläufern der Domaine. Und wie so oft, wirkt der Sec so jung noch recht verschlossen. Doch wenn man ihm Zeit und Luft gibt, zeigt er sein enormes Potential an rauchiger Dichte, an dem Zusammenspiel von Stein, Gerbstoff, brillanter Säure und tiefer Salzigkeit. 
Der Le Mont demi sec macht es einem da aktuell schon leichter. Er zeigt sich sehr saftig mit weniger Gerbstoff und Rauch, dafür aber mit einer subtilen zarten Süße, die sich mit der Säure verwebt. Dieser Wein wirkt so rund, so in sich stimmig, dass es auch hier schwer sein wird, ihm länger zu widerstehen, auch wenn wir alle wissen, dass diese Weine sich über Jahrzehnte hinweg entwickeln werden.
Text: Christoph Raffelt
 
Probierpaket: Domaine Huet - 2019er Jahrgang - sec
2019 ist ein genialer Jahrgang für Huet geworden. Wir sind gespannt, wie viel davon das Jahrgangsspezifische beiträgt und wieviel die Handschrift von Benjamin Joliveau. Denn eines ist klar: Wer die mineralischen, säurebetonten, straffen Chenins aus Brézé und Umgebung mag, der wird Joliveaus Chenin blancs aus 2019 hoffnungslos verfallen. 

Damit Sie sich selbst davon überzeugen können, haben wir Ihnen hier ein Probierpaket zusammengeschnürrt.
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