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Rémi Jobard und der 2018er Jahrgang


Rémi Jobard und der 2018er Jahrgang




 
Neu eingetroffen: Meursault Rémi Jobard
Mit dem 2018er Jahrgang stellt Rémi Jobard in seinem Portfolio Weine vor, die schon in einem frühen Stadium viel Trinkfreude bieten. Diese Offenheit ist dem Jahrgang geschuldet, der sich deutlich von 2017 unterscheidet, wo die Meursaults sich zu Beginn deutlich zurückhaltender präsentierten. 
 
Der Jahrgang 2018
2018 war ein wärmeres Jahr mit einem sehr milden Winter und mit Temperaturen, die im April teilweise schon bei über 33 °C lagen. Vom Frühling bis in den Sommer hinein hatte es vergleichsweise viel geregnet, weshalb die Böden mit Wasser gesättigt waren, was den Reben im teils heißem Sommer sehr zugutekam. Obwohl es im Burgund eigentlich verpönt ist, eine Grünlese durchzuführen, also Teile der gesunden Trauben von den Reben zu schneiden, haben dies einige Winzer getan, weil die Reben zu voll mit Trauben hingen. Das war jedoch nicht der einzige Unterschied; denn wie sich beim Pressen herausstellte, befand sich deutlich mehr Saft als üblich in den Beeren, obwohl diese kaum größer erschienen als sonst. Bei manchen Winzern waren die Zuckerwerte so hoch, dass die in Keller angestammten Hefen Schwierigkeiten hatten, den Zucker in der üblichen Zeit zu bewältigen, und dazu bis in den Sommer 2019 brauchten. 

Ebenfalls ungewöhnlich war, dass vor allem der Chardonnay durch die Menge an Saft in den Beeren recht lange sehr ähnlich schmeckte, gleichgültig aus welchem Climat die Trauben stammten. Doch das hat sich mittlerweile deutlich verändert. Rémi Jobard ist ein penibler Arbeiter im Weinberg. Der Sohn von Charles Jobard und Neffe des legendären François Jobard verbringt die mit Abstand meiste Zeit schweigsam im Weinberg seines Heimatortes Meursault. Die Weinberge sind schon seit 1994 herbizid- und pestizidfrei. 2011 erfolgte die Bio-Zertifizierung.
Jobard, der Weißweinwinzer
Jobard ist ein ausgewiesener Weißweinwinzer, weshalb seine beiden Pinot-Lagen auch diese Handschrift tragen. Die Premier-Cru-Lagen in Monthélie und Volnay liegen vergleichsweise hoch und passen daher mit ihrer recht kühlen Anmutung zum Portfolio von Jobard. Beim Volnay Les Sentenots gibt es zudem die Besonderheit, dass die Lage zwar zu Meursault gehört. Da sie aber seit Jahrhunderten mit Pinot bestockt ist und Meursault 
als reine Weißweingemeinde ausgewiesen ist, firmiert Les Santenots als Volnay. Während man den Volnay kaum anders als sexy beschreiben kann, gehört der Monthélie Les Vignes-Rondes aktuell zu den verschlossensten Weinen im Portfolio, allerdings mit einem wunderbar dunklen und kühlen Charakter.

Immer mehr Fuder statt Fässer
Definitiv beiseitelegen sollte man auch die Meursault Premier Crus, obwohl auch sie schon erstaunlich zugänglich sind. Les Genevrières und Le Poruzot-Dessus bilden die Spitze einer bemerkenswerten Riege an Weißweinen, die im Prinzip alle auf gleiche Weise entstanden sind und mit der gleichen Sorgfalt ausgebaut wurden. Auf eine langsame Ganztraubenpressung folgte die Vergärung und der Ausbau über knapp zwei Jahre hinweg.
Dabei ist Remí Jobard, der das Weingut seit 1995 führt, von den Barriques weggegangen. Zunächst war das Maß aller Dinge der Einsatz von Stockinger-Tonneaux, also 600-Liter-Fässern. Mittlerweile werden es immer mehr Stockinger-Fuder, mit denen er noch zufriedener ist. Auch wenn die 2018er sich offenherzig präsentieren, so sind sie keineswegs weniger vielschichtig als die 2017er. Nur darf man jetzt schon getrost damit beginnen, den Bourgogne Côte d’Ôr Vieilles Vignes zu trinken, der aus Lagen in Meursault und aus einer Lage in Puligny stammt. Und ebenso versuchen darf man sich an den Weinen der Village-Lagen Sous la Velle, En Luraule und Les Narvaux, und zwar in genau dieser Reihenfolge; denn ein Sous La Velle bietet immer den charmantesten und offenherzigsten Stil, ein Les Narvaux bildet eigentlich längst Premier-Cru-Niveau ab.
Feinheit und Brillanz
Der klare Verzicht auf reduktive Popcorn- und Knallplättchen-Aromatik, der zurückhaltende Holzeinsatz, der den Meursaults entsprechend auch nur eine feine und nicht etwa eine aufdringliche Haselnuss-Aromatik verleiht, führt bei Jobard zu Finesse und Brillanz. Der Ausdruck des Terroirs ist pur und absolut klar. Wer die Chance hat, die Lagen nebeneinander zu verkosten, bemerkt direkt den Anstieg der Qualität von einer zur anderen Lage, die zusammenhängt mit der Ausrichtung und Höhe der Weinberge sowie deren Böden. Eine solche Klarheit selbst in ganz jungen Weinen ist selten und dafür umso beeindruckender. 
 
Texte und Weinexpertisen von Christoph Raffelt
 
Die detaillierten Weinexpertisen von Christoph Raffelt finden Sie hier:
Zu den 2018er Weinen von Rémi Jobard
 
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