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Top 10 Weine 2018


Top 10 Weine 2018

oder "Was man noch so zu Weihnachten trinken könnte"




 
2014 Champagne Georges Laval, Cuvée Les Chênes
Das Weingut, das Vincent Laval in Cumières betreibt, ist ein ganz Besonderes. Es verfügt über gerade einmal drei Hektar Weinberge. Doch die haben es in sich. Denn sie werden nicht nur seit 1971 zertifiziert biologisch bewirtschaftet, es gibt auch Parzellen, die haben noch nie auch nur ein Gramm Chemie erhalten. Meiner Meinung nach entstehen bei den Lavals die besten Grundweine 
der Champagne. Und genau das ist auch Vincents Anspruch. Deshalb werden die drei Hektar zu viert in aufwendiger Handarbeit und mit dem Pferd bewirtschaftet. Den Les Chênes hatte ich Anfang Oktober bei einer großen Chambertin-Grand-Cru-Probe in München aus der Magnum ausgeschenkt. Es war genau der richtige Start in den Abend, denn neben dem Sapience von Marguet, in dem ja auch ein Drittel Grundwein von Laval steckt, ist Les Chênes für mich der größte Champagner, den wir im Sortiment führen. Vielleicht ist es meine Affinität zu weißen Burgundern, dass ich diesen Champagner gegenüber Lavals Blanc de Noirs bevorzuge. Les Chênes bereitet aktuell schon große Freude, die lässt sich allerdings noch steigern, wenn man dem Champagner noch zwei bis drei Jahre mehr Flaschenreife gönnt. ...zum Champagner
 
2015 Clemens Busch Riesling Marienburg"Fahrlay" Reserve
Im März dieses Jahres habe ich bei einer Verkostung auf der ProWein Clemens Buschs 2015er Fahrlay Reserve parallel zur Rothenpfad Reserve eingeschenkt. Beide Weine gehören für mich zu den großen Mosel-Weinen dieses Jahrgangs. Vor allem die Fahrlay Reserve zeigt exemplarisch, welchen Weg das Weingut gegangen ist. Denn gerade in den letzten 
Jahren sind die Weine noch terroirbetonter, noch kompromissloser und dabei noch tiefgründiger geworden. Dieser Wein hat eine große Strahlkraft, eine tiefe Phenolik auf Grund der 36stündigen Maischestandzeit, eine rauchige Mineralik vom blauen Schiefer sowie eine, wie ich finde, exzellente Präzision, Klarheit und Länge. ...zum Wein
 
2017 Huet Vouvray Le Mont sec
Die Domaine Huet hat das Glück mit 2015, 2016 und dem aktuellen 2017er drei hervorragende Jahrgänge in Folge gefüllt zu haben. Dabei zeigt sich der 2017er Jahrgang mit großer Finesse, Frische und einer kristallklaren Frucht. Was beim Le Mont und seinen hohen Quarzanteilen noch dazukommt, sind die dunklen, rauchigen Aromen, die den Wein in Kombination mit der gelbfleischigen 
Frucht und der Dichte und Tiefe zu einem der ganz großen trockenen Vouvrays des Weinguts macht. Schon im Februar bei der Jahrgangsverkostung auf dem Weingut zeigte sich der Le Mont sec dabei komplexer und länger als die anderen Lagen. Le Mont ist immer wieder in besonderer Weise faszinierend. ...zum Wein
 
Als wir Anfang Juni im Burgund waren und uns »durch die Keller probiert« haben, waren wir alle überrascht, welchen Schwung das Weingut Clos du Moulin mit seinem Önologen Willy Roulendes bekommen hat. Es ist ja nicht so, als hätten wir nicht die positiven Veränderungen der letzten Jahre wahrgenommen, aber gerade mit dem Jahrgang 2017 sind sie noch einmal offensichtlicher 
geworden. Das ist ganz feiner Stoff, der da entsteht und jetzt und in den nächsten Jahren gefüllt werden wird. So ist es auch beim Moulin aux Moines, dem vielleicht am längsten bestockten Weinberg im gesamten Burgund. Er liegt in direkter Nachbarschaft zum Clos de mon Plaisier von Roulot, nur in einer anderen Appellation. Doch dieser Auxey-Duresses, umgeben von einer alten, hohen Mauer direkt hinter dem Weingut, schmeckt nach Meursault und wurde von unseren mitreisenden Sommeliers auch blind so erkannt. Roulendes Verdienst ist es, das Potential der Lage in einer besonderen Klarheit, Präzision und Filigranität auszubauen und dabei das früher so markante Holz immer stärker aus dem Zentrum herauszunehmen, um dem Wein den richtigen Rahmen zu geben. ...zum Wein
 
2016 Roagna Langhe Solea
Blind würde man diese Cuvée aus 80% Chardonnay und 20% weiß gekeltertem Nebbiolo mit ziemlicher Sicherheit ins Burgund verlegen. Und natürlich ist Luca Roagna ein großer Burgund-Verehrer. Doch bei seinem Können braucht er nicht wirklich Vorbilder und findet immer seinen eigenen Stil. Beim Langhe Solea ist es vor allem die fantastische Struktur des großen 2016er Jahrgangs, die durch einen
markanten Holzeinsatz unterstützt wird. Das wirkt zunächst anachronistisch, doch ist das Holz so gekonnt gewählt, dass hier ein exzellenter Wein entstanden ist, den ich aktuell vor allem zu scharfen asiatischen Gerichten einsetze. Wer mich kennt weiß, dass ich ein großer Fan von Roagnas Barolo und Barbaresco bin. Doch aus der letzten Lieferung habe ich mir erstmals mehr 2016er Langhe Solea zur Seite gelegt als rote 2013er. ...zum Wein
 
1986 Nikolaihof Vom Stein, Riesling „Honifogl“ , Magnum
Es ist kein Geheimnis, das die Weine des Nikolaihofs hervorragend reifen. Im Rahmen verschiedener Gelegenheiten wie der 501BioDyn, der ProWein und mit Freunden habe ich in diesem Jahr recht viele reife Weine des Wachauer Weinguts probieren können. Ein Wein aber, hat mich besonders fasziniert und für mich ist klar, dass der 1986er Nikolaihof Riesling vom Stein 
Honifogl (die frühere Bezeichnung für Smaragd) der größte unter all diesen Weinen ist. Das hat sich auch im November bei einem Abend in der Schwarzwaldstube noch einmal gezeigt, wo Küchenchef Torsten Michel einen eigenen Gang zu diesem monumentalen, klaren und vitalen Riesling kreiert hat. Die »Jakobsmuschel mit geschwenkten Artischocken und Topinambur, leichtem Artischockensud und Trüffel« wird mir in Kombination mit dem 1986er Riesling Vom Stein auf ewig in Erinnerung bleiben. ...zum Wein