Trapet Père & Fils , Burgund

Gevrey-Chambertin Cuvée Ostrea

Pinot Noir/Spätburgunder, 2018, 1500ml

 
Gevrey-Chambertin Cuvée Ostrea Print informations
Artikelnummer 9910222064
Residual sugar M
Drink temperature 16°
Alcohol Content 13,0%
Parker Points 90-92
Manufacturer Domaine Trapet, 53 route de Beaune, 21220 Gevrey-Chambertin / France, Bio-Zertifikat: FR-BIO-01
Allergene enthält Schwefel und Kasein
Verkostungsnotiz von vom 12.08.2020, Copyright Christoph Raffelt und Vinaturel:

Information zum Wein

Der Name dieser Gevrey-Chambertin-Cuvée stammt von der kleinen Auster Ostrea acuminata, die versteinert im Weinberg zu finden ist. Die meisten der für die Cuvée verwendeten Trauben stammen aus Weinlagen am Hang von Brochon, zum Beispiel aus den Parzellen Dérée oder Champérier, die sich seit 1860 im Besitz der Familie befinden und in denen die ältesten Rebstöcke des Gutes stehen. Insgesamt wurden Trauben von 2,5 Hektar für diese Cuvée verwendet.

 

Der Jahrgang ist für Jean Louis Trapet einer der besten in der Geschichte der Domaine. Diese Einschätzung wird dadurch unterstützt, dass der 2018er Chambertin Grand Cru mit der höchsten Punktzahl aller Weine aus Neal Martins 2018er-Verkostung für Vinous hervorgegangen ist. Der Latricières-Chambertin lag nur knapp dahinter. Das Jahr begann mit einem frühen starken Austrieb, der etwas später dadurch relativiert wurde, dass ein feuchter Mai Mehltau brachte und auf natürliche Art die Menge begrenzte. Danach wurde es heiß und trocken, doch die starken Frühjahrsregen hatten die Wasserspeicher der Weingärten aufgefüllt. Im Juli kam etwas Regen hinzu, und bis zur Lese am 4. September blieb es warm, teils war es sogar heiß und trocken. Die Lese erfolgte bis zum 12. September unter idealen Bedingungen. Die einzige Herausforderung: Man musste schnell sein; denn innerhalb von fünf Tagen legte der Zuckergehalt der Beeren um 25 Gramm (!) zu. Da die Beeren dickschalig waren, die Kerne reif und die Rappen gut verholzt, entschied sich  -Louis für eine 70 %ige Ganztraubenvergärung. Die Rappen brachten mehr Struktur und etwas Kühle in den Wein, und der langsame Austritt des Zuckers sorgte für Finesse. Beim Ostrea kam rund 20 % neues Holz zum Einsatz.

 

Farbe

transparentes Rubinrot

 

Nase

Neben dem Gevrey-Chambertin Village, der ganz Gevrey repräsentieren soll, stammt der Ostrea vornehmlich von den Lagen am Hang von Brochon. Der Ausdruck dieser Lagen ist deutlich dunkler und würziger. Hier finden sich mehr dunkle Beeren, etwa schwarze Johannisbeeren und Blaubeeren, Sauerkirschen und Zwetschgen. Dazu kommen getrocknete Tabakblätter, Erde, Unterholz und indische Gewürze sowie Stein.

 

Gaumen

Am Gaumen bietet dieser Ortswein viel Substanz, Tiefe und eine wahrhaft grandiose Länge. Hier findet sich viel Kirsche, wiederum Johannisbeere, vor allem aber ein nobles pudriges Tannin und ein reifes prägendes Säuregerüst. Der hohe Anteil von Ganztraubenvergärung ist exzellent integriert und sorgt für ein zusätzliches Maß an Grip, aber auch an Raffinesse in diesem sehr delikaten Wein, der einen feinen Biss hat, über eine kreidig mineralische Substanz verfügt und somit fantastisch geschliffen daherkommt. Vergleicht man ihn mit den drei Grand Crus des Hauses, so hat man hier gleichsam einen kleinen Latricières vor sich. Doch was heißt hier klein? Einen Ortswein auf einem solchen Niveau dürfte man überhaupt nur extrem selten finden. Der Ostrea besitzt ein Potential für sicherlich anderthalb Jahrzehnte, und es lohnt sich, bei diesem Trapet die Entwicklung zu verfolgen. Doch (leider) ist dieser Wein schon jetzt so offen, dass es schwer fallen dürfte, ihn im Keller zu vergessen.



Speiseempfehlungen von Christoph Raffelt:

  • Langsam gebratener Hirschrücken, Karottenpüree, eine Pinienkern- und Parmesankrume
    (Wild)
  • Spanferkel-Rollbraten mit Fenchel, Safran, Zimt und Koriandersamen
  • Gebackene Gnocchi, Epoisses, schwarzer Knoblauch und Rosinen

 
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