Bertram-Baltes , Ahr

Dernauer Spätburgunder

Pinot Noir/Spätburgunder, 2017, 750ml

 
Dernauer Spätburgunder Print informations
Artikelnummer 9912012103
Drink from: 2019
Drink to: 2027
Residual sugar M
Drink temperature 16°
Alcohol Content 12,5%
Acidity 6,6 g/l
Sweetness 0 g/l
Manufacturer Weingut Julia Bertram, Ahrweg 20, 53507 Dernau / Germany
Allergene enthält Schwefel
Verkostungsnotiz von vom 10.12.2019, Copyright Christoph Raffelt und Vinaturel:

Information zum Wein

Der Spätburgunder stammt aus den Lagen Hardtberg, Pfarrwingert und Burggarten in Ahrweiler. Die Lagen zeigen ein Gemisch aus Grauwacke und Blauschiefer. Die Rebstöcke sind rund 25 Jahre alt. Die Trauben wurden zu 70 % entrappt, es gab also 30 % ganze Trauben. Es erfolgte eine Kaltmazeration und eine spontane Vergärung. Der Ausbau fand größten Teils im gebrauchten Holz und in kleinen Teilen in fünf Jahre abgelagerten und medium getoasteten Fässern aus Spessarteiche der Küferei Assmann statt. Alle Trauben werden von Hand gelesen, chaptalisiert wird seit 2016 nicht mehr und eine klein Portion Schwefel vor der Füllung ist das Einzige, was zugesetzt wird.

 

Farbe

Mittleres, recht transparentes Rubinrot

 

Nase

Ein Hauch von Schießpulver und kaltem Rauch liegt über dem Glas wie bei einem verlassenen Duellierplatz. Erst mit einiger Zeit vergeht dieser reduktive Eindruck und macht Platz für herbe, rote Beeren- und Sauerkirschnoten, für leicht vegetabile und nussige Aromen und für eine Kombination aus zerstoßenem Stein, trockenem Holz und einem Anklang von Nougat, der dem sonst so straffen und kühlen Auftritt des Dernauer Spätburgunders Wärme verleiht und einladend wirkt.

 

Gaumen

Am Gaumen zeigt der Dernauer Spätburgunder, dass mit ihm nicht zu spaßen ist, obwohl man hier viel Spaß und Freude empfinden kann. Der Wein wirkt ernst, herb und unverfälscht, straff und kühl. Und doch möchte man sich schon im ersten Moment auf ihn einlassen, sich ihm ganz widmen, ihn ergründen und hinter diese kühle Kulisse schauen. Er wirkt wie eine Tilda Swinton von der Ahr – kühl, reserviert und faszinierend zugleich. Es ist ein Charakter, dem man sich nicht entziehen kann. Das Holz ist dezent eingebunden und sorgt für Struktur. Das Tannin ist straff, die Säure präsent, lebendig und prägend. Die Frucht scheint hier fast eine Randerscheinung zu sein. Viel markanter sind Kräuternoten, Stein, würzige Noten und eine zitrisch herbe Note, wie man sie von der Ahr kaum kennt. Das ist Charakterwein, der auf überkommene Attribute wie Röstnoten im Holz und süße, kompottige Frucht völlig verzichtet kann und stattdessen geradezu tonisch und bis in die letzten Verästelungen vital wirkt.

 



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Parse Time: 0.738s