Jeaunaux-Robin , Champagne

Prestige Fil de Brume Brut Nature

Champagner, 750ml, Chardonnay, Pinot Noir/Spätburgunder

 
Prestige Fil de Brume Brut Nature Print informations
Artikelnummer 9920380503
Drink from: 2019
Drink to: 2027
Residual sugar M
Drink temperature 11°
Alcohol Content 12,0%
Parker Points 92
Manufacturer Champagne Jeaunaux-Robin, 1 rue de Bannay, 51270 Talus Saint Prix / France
Allergene enthält Schwefel
Verkostungsnotiz von vom 05.03.2017, Copyright Christoph Raffelt und Vinaturel:

Champagne Jeaunaux-Robin

Dank der Champagne-Winzer, von denen sich immer mehr aufmachen, ihren eigenen Stil zu definieren und das Besondere ihrer Ortslagen herauszuarbeiten, kann man in der Champagne noch Winkel entdecken, von denen man vorher nie gehört hatte. Einer davon ist das Vallée du Petit Morin mit der Hundert-Seelen-Ortschaft Talus Saint Prix. Die Gemeinde verfügt gerade einmal über 39 Hektar. Sie liegt mehr oder weniger im Nirgendwo, südwestlich der Côte des Blancs und nördlich der Côte de Sézanne. Man würde dort ähnlich viel Kreide erwarten wie in den benachbarten Regionen, doch tatsächlich erscheint der Boden eher wie ein Mix aus Kreide und Mergel und somit wie eine Mischung aus Côte des Blancs und Vallée de la Marne. Hinzu kommt ein i-Tüpfelchen, das man kaum sonst irgendwo in der Champagne findet: hohe Anteile von Feuerstein. Diese Eigenart der Böden hat dazu geführt, dass die Winzer in Talus Saint Prix mehr als 70 % ihrer Böden mit Pinot Meunier bepflanzt haben.

 

Zu diesen Winzern gehört auch Cyriel Jeaunaux, dessen Großeltern in den 1950ern mit dem Anbau von Trauben begonnen haben. Er selbst ist 1999 zusammen mit seiner Frau Clemence in den elterlichen Betrieb eingestiegen und direkt dem Verband der unabhängigen Winzer beigetreten. Im Laufe der folgenden Jahre hat er die herkömmliche Arbeit im Weinberg wie im Keller grundsätzlich in Frage gestellt und sie planvoll verändert. So legte er sich 2002 eine zweite klassische Coquard-Presse zu und begann damit, die Grundweine neben dem Edelstahl auch im gebrauchten Holz auszubauen. Cyriel hat schnell den Wert der intensiven Arbeit im Weinberg erkannt und 2005 sämtliche chemischen Mittel aus dem Weingut entfernt. Nicht zuletzt durch den intensiven Austausch innerhalb der Winzergruppe »Terres et Vins de Champagne«, der er 2009 beigetreten ist, hat er begonnen, sich mit biodynamischen Methoden auseinanderzusetzen. Seit 2010 setzt er entsprechende Präparate ein und hat 2015 mit der offiziellen Umstellung auf organischen Weinbau begonnen.

 

Cyrils Champagner sind dank des Meunier fruchtbetont, spiegeln aber immer das Spezifische des Ortes und seiner Böden wider. Das merkt man auch beim reinsortigen Chardonnay. Mit ihrem pikanten und runden Charakter, der immer zwischen Frucht und erfrischender Bitterkeit pendelt, sind seine Champagner ausgesprochen gastronomiefreundlich und gewinnen noch einmal zusätzlich durch begleitende Speisen.

 

Wein

80 % Chardonnay und 20 % Pinot Noir von Rebstöcken, die rund 60 Jahre alt sind. Im Boden findet sich Lehm, Kalk, Kreide und viel Feuerstein. Der Champagner basiert auf den Jahrgängen 2013 mit 70 % sowie 2012 mit 30 %. Der Ausbau erfolgte im Edelstahl und im Holz, der Wein lag 3,5 Jahre sur lattes, und die Dosage liegt bei 6 Gramm.

 

Farbe

helles Gold mit lebendigem Mousseux

 

Nase

Der Fil de Brume Brut von Cyriel Jeaunaux öffnet sich mit feinen Hefe- und Brioche-Noten. Man denkt unwillkürlich an eine Pariser Pâtisserie, in der vorwiegend Tartes mit Zitronen und Steinobst gebacken werden. Im Hintergrund finden sich ein wenig Kalk- und Kreidestaub, bedeckt mit Blüten von Wiesenblumen. Der Champagner ist duftig, lebendig und elegant.

 

Gaumen

Am Gaumen zeigt sich der Fil de Brume, was im Französischen so viel wie Nebelschwaden heißt, die morgens oft durchs kleine Tal ziehen, zunächst deutlich knackiger und mit mehr Druck, als die Brioche-Nase verraten hat. Das ist wunderbar; denn neben dem fast fleischigen Charakter ist der Champagner frisch und hell sowie klar, zeigt eine leichte Würze und ein Wechselspiel von reifer Frucht und angenehmer Bitternote, die fast tonisch erscheint. Der Winzer hat es auf rondeur und gourmandise angelegt, und genau das ist ihm ausgezeichnet gelungen.



Speiseempfehlungen von Christoph Raffelt:


 
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