Côte-Rotie Print informations
Artikelnummer 9910207035
Drink from: 2017
Drink to: 2030
Residual sugar M
Drink temperature 18°
Alcohol Content 12,0%
Acidity 5,6 g/l
Sweetness 0 g/l
Manufacturer Domaine du Coulet, rue du Ruisseau 43, 07130 Cornas / France,
Allergene enthält Schwefel
Verkostungsnotiz von vom 12.10.2016, Copyright Miguel Montfort und Vinaturel:

Farbe:

Dunkles Purpur mit hellvioletten Reflexen

 

Nase:

Der „Tupin’s“ von Matthieu Barret duftet dunkelfruchtig, dunkelwürzig: Hier mischen sich Wacholder (Beere und Holz), Waldhimbeer- bis Brombeernoten mit Schlehen und herb-süßen Kirschen, eine Prise ätherischen schwarzen Pfeffers mit zartem Rauch, der über Blüten schwebt, einem Hauch von Fleisch und noch taufeuchtem Waldboden.

 

Gaumen:

Die ersten Sekunden am Gaumen gehören dem samtig-griffigen Tannin, einer fast schon magischen, weil „unendlich“ eleganten Säure, dann ist alles ätherisch-kühle Frucht, die vor einem subtil mineralischen Prospekt geradezu vibriert.

 

Exkurs:

Es gibt Weine, denen mit einer mehr oder weniger präzisen (so wenig objektiven wie ausschließlich subjektiven) Aneinanderreihung von organoleptischen Fakten kaum oder eben gar nicht „beizukommen“ ist. Matthieu Barrets „Tupin’s“ ist einer dieser Weine. Um dem, was sich da im Glas und am Gaumen tut, auch nur halbwegs gerecht zu werden bzw. um den „Wallungswert“ zu vermitteln, reichen Aufzählungen (bei aller Ästhetik der Liste) nicht aus – warum also nicht noch assoziativer werden? Im „Tupin’s“ verwandeln sich die steil terrassierten Lagen der Côte-Rôtie in sanft geschwungene Hügel einer klassisch-arkadischen Landschaft wie sie Claude Lorrain gemalt haben könnte. Wacholder, Himbeerbüsche und Brombeerenranken spielen den Efeu, der eine antike Tempelruine überwuchert, vor einem mit feinen Pinselstrichen geradezu dahingeworfenen Waldstück glühen Veilchen und Ginster, eine silbrig-graue Rauchsäule teilt schmal wie die Klinge eines Skalpells die Wipfel der Bäume. Das magische Blau der Morgendämmerung hat ein anderer Maler, Joachim Patinir, schon über ein Jahrhundert früher fixiert: ein bläulicher Schleier, dessen „kühle, ferne Glut“ die Szenerie in ein mystisches Licht taucht. Man müsste vor Glück fast wehmütig werden, wären da nicht bei jedem Schluck kleine Epiphanien und die „Ekstase der Tatsachen“ – so schmeckt ein Syrah in der besten aller möglichen Welten.



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Parse Time: 0.720s