I Vigneri di Salvo Foti , Sizilien

Vinupetra Rosso DOC Etna

Nerello Mascalese, 2012, 750ml, Nerello Cappuccio, Grenache

 
Vinupetra Rosso DOC Etna Print informations
Artikelnummer 9911204017
Drink from: 2015
Drink to: 2025
Residual sugar M
Drink temperature 17°
Alcohol Content 14,0%
Acidity 5,7 g/l
Sweetness 3 g/l
Manufacturer I Vigneri di Salvo Foti, L.go Signore Pietà 17, 95036 Randazzo / Italy
Allergene enthält Schwefel, Eiweiß und Milch
Verkostungsnotiz von vom 07.07.2014, Copyright Christina Hilker und Vinaturel:

I Vigneri di Salvo Foti VINUPETRA

Dieser Rotwein vom Ätna mit DOC-Qualität stammt aus dem Weinberg Calderara im Bezirk Porcheria. Hier wachsen auf 700 m.ü.M. die autochthonen Rebsorten Nerello Mascalese, Nerello Cappuccio, Alicante und Francisi. Der Weinberg mit einer Fläche von gerade einmal 0,5 ha ist mit Reben mit einem Durchschnittsalter von über 100 Jahren im Alberello-Etneo-Erziehungssystem bestockt, die Pflanzdichte liegt bei 10.000 Stöcken je Hektar. Die Kultivierung der Weinberge erfolgt von Hand, wobei ausschließlich natürliche Produkte zum Einsatz kommen. In der Vinifizierung wird auf Temperaturkontrolle, Filtration und den Einsatz künstlicher Hefen verzichtet. Abstich und Abfüllung erfolgen nach den Mondphasen.

 

Farbe:

Gedecktes Violettrot mit minimalen Aufhellungen zum Rand hin.

 

Nase:

Was für ein Duft! Der 2012er Vinupetra zeigt sich schon in der Nase mit Opulenz und fulminanter Frucht, süße schwarze Kirschen, Blaubeeren, Blaubeerkonfitüre, Cassis und Holundermark dringen in die Nase und wirken dabei sehr mineralisch. Begleitet wird der fruchtige Duft von einer unwahrscheinlich intensiven steinigen Note und Aromen von nasser Erde und Trüffel. Wie auch im Vorjahr ist die Ähnlichkeit zu den großen Weinen des Bordeaux (Graves) faszinierend.

 

Gaumen:

Am Gaumen wirkt der 2012er Vinupetra opulent und ist deutlich von einer süßen Frucht geprägt, die an schwarze Kirschen und Cassis denken lässt. Durch die ausgeprägte Frucht, die Süße am Gaumen vermittelt wirkt sowohl die Säure-als auch die Tanninstruktur sehr gut eingebunden. Trotz allem zeigt er sich im momentanen jugendlichen Stadium noch unfertig und bewegt sich deutlich auf der fruchtigen Seite. Es wäre schade, wenn man nicht die Geduld aufbringen würde diesen Wein noch zu seiner Vollendung reifen zu lassen.

 

Empfehlung:

Wer nicht warten möchte, sollte ihn unbedingt dekantieren.

 

Appendix:

Weine vom Etna sind wahrscheinlich mit das Spannendste, was man zur Zeit wieder entdecken kann. Der Etna, an dessen Hängen bereits vor der Ankunft der Griechen im 8 Jh.v.Chr. Weinbau betrieben wird, blickt auf eine lange und vor allem sehr eigene Geschichte zurück. Nicht allein, dass am Etna ein Vielzahl autochthoner Reben wachsen, auch deren Verarbeitung sowie die gesamte Kulturlandschaft sind absolut einzigartig. In einem zugelassenen Korridor von 400-1100m ü.N.N. werden die Reben für die DOP angebaut - der tatsächliche Anbau erstreckt sich ein einzelnen Fällen allerdings bis auf 1300m ü.N.N. An seinen Hängen bietet der Etna eine einzigartige Kulturlandschaft: kleine parzellierte Weingärten mit bis zu 10000 Pflanzen pro Hektar im Albarello-System (Einzelstockerziehung) säumen ihn in Terrassen, gebaut aus dem vulkanischem Gestein seiner Hänge. Die Böden am größten aktiven Vulkan Europas sind noch dazu sehr fruchtbar, und auch Trockenstress tritt hier, wie an so vielen anderen Orten Siziliens, nicht auf: An den Hängen des Etna regnet es ausreichend ab, dazu kommen die kühlen Winde des nahegelegenen Meeres.

 

Palmentro - oder: Der Illegale Wein.

Die größte Besonderheit des Etna sind die klassischen Palmeros, die alten Kelter-, Press- und Lagerhäuser. Sie wurden dreigeschossig in die Hänge gebaut, meist mit Nord-Ausrichtung. Dabei waren zwei bis drei der oft einen Meter dicken Wände in das Erdreich gebaut, um die Innentemperatur auf natürliche Weise kühl zu halten. Im Palmero vollzogen sich alle Schritte der Weinbereitung, von der Traubenannahme bis hin zur Lagerung. Die drei Etagen ermöglichten den kompletten Produktionsverlauf durch pure Gravitation und ohne weitere Hilfsmittel zu bewerkstelligen. Bis in die 1960er Jahre wurde noch auf diese Art produziert, bis die ersten technischen Hilfsmittel wie Pumpen auf den Markt kamen und die alten Produktionsmethoden langsam aber sicher verwässerten, bis die EU vor gut 20 Jahren das Licht für diese jahrtausendealte Produktionsart aus Hygienegründen rechtlich aus schaltete. Es folgte ein dramatischer Wandel in der Weinbereitung, weil der Faktor der Produktion wegbrach und die Winzer nun mehr ihr Dasein als Traubenproduzenten fristeten. Hunderte Palmenti lagen brach, verwahrlosten und verfielen. Heute gibt nur noch sehr wenige intakte Palmeri, doch in einigen brennt noch Licht. Die Weine, die dort hergestellt werden verstoßen zwar gegen die Hygieneauflagen des geltenden EU-Rechts aber selten hat Rebellion so gut geschmeckt.

 

 

 

 



Speiseempfehlungen von Christina Hilker:


 
Parse Time: 0.718s