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Jahresrückblick 2016


Jahresrückblick 2016

Meine 10 besten Weine 2016 - ein Reisebericht




 

Meine 10 besten Weine 2016 - ein Reisebericht

Liebe Kunden/innen,
vielen Dank für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen im vergangenen Jahr. Der Trend zu natürlichen und authentischen Weinen hat nun auch Deutschland erreicht und wir konnten dank Ihrer Unterstützung auch 2016 wieder weit mehr hochwertige biologisch- und biodynamisch hergestellte Weine absetzten, als je zuvor. Ich werde immer wieder darauf angesprochen, was meine Wein-Favoriten sind und was ich mir in meinen privaten Keller lege. Hier möchte ich das Jahr noch mal Revue passieren lassen und habe Ihnen meine persönlichen Verkostungs-Highlights aus dem Jahr 2016 als Reisebericht zusammengestellt.
Ihnen eine gute Weihnachtszeit und guten Rutsch ins Neue Jahr,
Herzlichst, Ihr Jürgen Franke
 
-  Champagne Grand Cru Benoît Lahaye Le Jardin de la Grosse Pierre 2011
-  Domaine Vacheron Sancerre Le Romains 2014
-  Domaine Huet Le Clos de Bourg Moelleux 2001 
-  Weinbach Riesling Schlossberg G.C. Cuvee St. Catherine 2015
     & L’inedit 2015
-  Château de Béru Chablis 1er Cru Vaucoupin 2015
-  Nikolaihof Vinothek Steinriesler 2000
-  Muthenthaler Riesling Vießlinger Stern 2015
-  Foradori Sgarzon Teroldego 2014
-  Pian Dell Orino Brunello Versante 2010
-  Roagna Barolo Reserva 1996
 
Champagne Grand Cru Benoît Lahaye Le Jardin de la Grosse Pierre 2011
Seit vielen Jahren haben wir eine kleine private Kochrunde die gleich Anfang Januar zu „Prestige“-Cuvée von 5 kleinen Champagnern-Winzern gekocht hat. Damit die Champagner richtig zur Geltung kommen konnten, wurde aus Zalto Burgundergläsern getrunken. Also einen ordentlichen Schluck in die großen Gläser und schauen was sich so entwickelt… Klarer und herausragender Sieger des Abends war der sehr rare Champagner von Lahaye, der aus einem kleinen Weinberg stammt, in dem Benoît Lahayes Großvater 1923 nicht nur die üblichen Champagner Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay als gemischten Satz gepflanzt hat, sondern auch noch Pinot Blanc, Pinot Gris, Arbane und Petit Meslier, was eigentlich gar nicht zulässig ist. Der Champagner überzeugte nicht durch Kraft und Dichte, sondern durch Finesse, Harmonie und Trinkfreude. ...hier geht's zum Champagner
 
Domaine Vacheron Sancerre Le Romains 2014
Ende Januar pilgern Sommeliers und Fachhändler aus ganz Frankreich zum Salon des Vins de Loire und zur Verkostung der Renaissance des Appellations nach Angers. Auf der langen Reise bis fast an die Atlantikküste legten wir einen Stopp in Sancerre ein.
Jean-Laurent Vacheron zeigte uns seine Lagen Sancerre aus 2013, 2014 und 2015er Fassproben. Normalerweise bevorzuge ich die extrem puristische Silex-Lage "Guigne-Chèvres". Herausragend war jedoch der 2014er Le Romain der kristallklar, mineralisch und mit einer sehr frischen Säure im Glas steht.  ...hier geht's zum Wein
 
Domaine Huet Le Clos de Bourg Moelleux 2001 
Auf der Rückreise von Angers besuchten wir die „heiligen Hallen“ der Domaine Huet.
Der sympathische Betriebsleiter Jean-Bernard Berthomé war noch etwas nervös, da er einen großen 2015er Südweinjahrgang im Fass liegen hatte, der noch nicht ganz durchgegoren war, aber schon sein großes Potential zeigte. Der Star der Verkostung war jedoch der 2001er Moelleux, der diesen Sommer vom Weingut frei gegeben wurde und jetzt nach 15 Jahren sich wunderbar geöffnet hat. Nichts reift, wie große Chenin-Blanc… ...hier geht's zur Expertise von Sebastian Bordthäuser
 
Weinbach Riesling Schlossberg G.C. Cuvee St. Catherine 2015 & L’inedit 2015
Im Juni reisten wir mit einer kleinen Gruppe Sommeliers ins Elsass und später weiter ins Burgund. Gleich bei unserem ersten Stopp konnten wir bei Catherine Faller von der Domaine Weinbach eine beindruckende 2015er Kollektion verkosten. Eine wunderschön aufgefächerte, feine Frucht, sowie perfekte Harmonie und Finesse. Für mich sind das die besten Rieslinge des Jahres und es zeigt gleich wieder das Potential des Elsass, wo eine große Anzahl an biodynamische arbeitenden Winzern Herausragendes leistet. Riesling Schlossberg Grand Cru Cuvée St. Catherine (trocken) und L’inedit (halbtrocken) stehen auf einer Stufe, wobei der L’inedit von alten Reben aus der Mitte des Schlossbergs, mit nur 16 Gramm Restzucker so trocken ausgefallen ist, wie ich ihn noch nie im Glas hatte. Die Weine machen schon jetzt große Freude, aber wer 10 Jahre Geduld hat, wird noch mehr belohnt werden.   ...hier geht's zu deb Weinen
 
Château de Béru Chablis 1er Cru Vaucoupin 2015
Auf der Weiterreise vom Burgund in die südliche Champagne besichtigten wir die Weinberge von Château de Béru, wo der Spätfrost dieses Jahr fast die gesamte Ernte vernichtet hat. Trauben für gerade mal 2000 Flaschen konnten Athénaïs de Beru mit enormem Aufwand einbringen. Bevor Athénaïs 2006 ihren ersten Jahrgang selbst ausgebaut hat, wurden die Trauben verkauft und entsprechen groß sind die Fortschritte, die man von Jahrgang zu Jahrgang bei diesem jungen Weingut sehen kann. Mit 2012 Clos Béru Monopole hat Athénaïs einen großen Wein gekeltert, der dieses Jahr in der Zeitschrift Vinum der Beste weiße Burgunder war. Wirklich begeistert haben mich die Fassproben des 2015er Jahrgangs. Chardonnay von Kimmeridge- Muschelkalk Böden  in purster Form. Die ersten 2015er sind gerade eingetroffen die 1er Cru und Clos Beru werden jedoch erst 2017 und 2018 geliefert.
 ...hier geht's zu den Weinen
 
Nikolaihof Vinothek Steinriesler 2000
Ende Juni waren wir mit einer weiteren Sommelier-Gruppe in der Wachau zum Mittagessen auf dem Nikolaihof, wo wir hervorragend bewirtet wurden. Mit Produkten aus meist eigner Herstellung in Demeter Qualität. Dazu wurde vitale Riesling- Federspiele aus den 80er Jahren gereicht, die wieder mal das Potential der Weine der Familie Saahs zeigten. Das Highlight war jedoch die Fassprobe der neuen 2000er Vinotheks Edition, die kurz nach unserem Besuch auf dem Weingut, zur Sommer-Sonnenwende 2016, nach mehr als 15 Jahren im einem großen Holzfuder, gefüllt wurde. Für mich noch mal deutlich größer als die beiden hoch dekorierten Vorgänger 1997(97PP) und 1995(100PP). Aber lesen Sie einfach hier die Beschreibung von Christoph Raffelt, der den Wein nach der Füllung verkosten durfte:  ...hier geht's zur ausführlichen Beschreibung von Christoph Raffelt
 
Muthenthaler Riesling Vießlinger Stern 2015
Die 2015er Kollektion von Martin Muthenthaler konnte ich auf der VIEVINUM in der Wiener Hofburg und 2 Tage später auf seinem kleinen Weingut verkosten. Niedriger Alkohol, Mineralität, wunderschönes Fruchtspiel, gut eingebundene frische Säure und Harmonie – schon beim Grünen Veltliner Ried Schön und Riesling Ried Bruck, die sich schon jetzt mit viel Freude trinken lassen, kommt man ins Schwärmen. Beim Riesling Vießlinger Stern 2015 hat man einen monumentalen Wein und das -wohl mit Abstand- Beste im Glas, was Martin Muthenthaler bisher auf seinen Terrassen im obersten Winkel der Wachau hergestellt hat. Das ist die neue, moderne Wachau! ...hier geht's zum Wein
 
Foradori Sgarzon Teroldego 2014
Es ist immer wieder eine Freude bei Familie Foradori Station zu machen. Was gibt es schöneres als herzlich aufgenommen zu werden und mit Gemüse aus dem eigenen, biodynamisch bewirtschafteten Garten bewirtet zu werden? Die Zusammenarbeit von Elisabetta und Sohn Emilio und die zunehmenden Biodiversität der Weingärten heben die Weine jetzt noch mal auf ein neues Niveau. Seit dem 2013er Jahrgang haben die Amphoren-Weine ihre Harmonie gefunden und zeigen sich mit einem sehr feinkörnigen Tannin und von einer schönen Frische. Wir haben vor Ort alle Weine aus 2013, 2014 und 2015 (Fassproben) verkostet. Herausragend klar und schon jetzt mit Freude zu Trinken zeigt sich Sgarzon 2014. Besonders spannend war die Verkostung der „normalen“ 2013er Amphoren-Weine parallel zu Reserveweinen, die erst nächstes Jahr zusammenmit den 2015er Amphoren auf dem Markt kommen. Die neuen Weine sind nach 9 Monaten von der Maische abgezogen worden und wieder zurück zur weiteren Reife in kleine Amphoren gefüllt worden. Die länger in der Amphore ausgebauten Weine zeigen sich wesentlich komplexer, als die normal gefüllten. ...hier geht's zum Wein
 
Pian Dell Orino Brunello Versante 2010
Im Oktober waren wir wieder mit Kunden unterwegs und die Reise führte uns in die Toskana. Nachhaltig berührt und beeindruckt hat mich die Verkostung beim Brunello „Großmeister“ Jan-Hendrik Erbach von Pian dell'Orino. Mit 2013 und 2014 können wir uns auf Jahrgänge freuen, die sich als allerfeinstes Burgund mit Sangiovese-Aromatik zeigen. Kurz darauf stand dann beim Luca Roagna/Pian dell'Orino- Abend in der Schwarzwaldstube sein großer 2010er Jahrgang mit beiden Lagen parallel vor mir.
Ein enorm reizvolles Paar, wobei der “Bassolino di Sopra” 2010 (100PP) mit einer Textur am Gaumen besticht, die an großes 60er Jahre Bordeaux erinnert und der "Vigneti del Versante" mehr Frische, Struktur und ein größeres Lagerpotential zeigt. Am Ende eine Frage von persönlicher Vorliebe. ...hier geht's zum Wein
 
Roagna Barolo Reserva 1996
Gleich noch ein Mal muss ich auf den Luca Roagna/Pian dell'Orino Abend in der neu renovierten Schwarzwaldstube  zurückkommen. Zu der 18 Jahre im Holz ausgebauten Roagna Barolo Reserva 1996, die jetzt gerade am Beginn der Trinkreife steht, servierte das Team der Schwarzwaldstube eine perfekt von Harald Wohlfahrt auf den Wein abgestimmte Essenz vom heimischen Frischling. Gleich mehrere Weine von Roagna könnte ich bei den Weinen des Jahres auflisten: den Barbaresco Pajé V.V. 2010 oder den Barbaresco Crichët Pajé 2007, die auf der „Meininger Finest 100“ Verkostung präsentiert wurde. Dumm wäre, wenn ich mich für einen Wein entscheiden müsste. Wenn es aber sein müsste, dann würde ich die 1996er Riserva wählen.  PS: Luca Roagna wird auf der ProWein 2017 die komplette Auswahl seiner Weine zeigen. ...hier geht's zum Wein