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Les Poëte
Das Weingut
Weniger ist mehr
Guillaume Sorbe ist der Winzer des Weinguts Les Poëte, das in der Appellation Reuilly im Centre Loire liegt. Der Sohn eines Winzers, der auch Koch und Sommelier war, hat 2001 seine ersten eigenen Rebstöcke gepflanzt und ein Weingut mit 17 ha aufgebaut, von dem aber nur 6,45 ha mit Reben bestockt sind. Der Rest ist Wald und Landschaft, bevölkert von Tieren.
La Revue du Vin de France attestiert ihm einige der ambitioniertesten Weine des Centre Loire: „Kein anderer Wein in diesem Gebiet erreicht dieses Niveau an Präzision und Substanz. Die Weine sind Spitzenklasse und gehören heute zu den anspruchsvollsten Weißweinen des Loiretals.“
Auf einen Blick
- Motto: moins mais mieux
- Ex-Sommelier Guillaume Sorbe, Reuilly
- 28 Parzellen, einzeln vinifiziert
- Stil: sinnlich, kraftvoll, eindringlich
Erst einmal weg, um zurückzukehren
Moins mais mieux – weniger ist mehr – ist das Motto der Winzers Guillaume Sorbe, der an der südlichen Grenze des Berry in Preuilly seine Weine erzeugt. Guillaume stammt aus einer Winzerfamilie, und eigentlich hätte er das in Brinay gelegene Familienweingut Jean-Michel Sorbe übernehmen können. Doch damals war er noch nicht so weit, und so wurde das Weingut 1999 an Joseph Mellot aus Sancerre veräußert.
Guillaume war schon immer ein unabhängiger Geist, und so wollte er seinen Heimatort erst einmal verlassen und in Bourges Hotel- und Gaststättenmanagement sowie Sommellerie zu studieren. Sorbe begann seine Karriere als Koch in Gourmet-Restaurants und setzte sie ab Mitte 20 als Sommelier in renommierten, teils besternten Restaurants fort. Ab 1998 erwarb er als Chefsommelier einige Parzellen in seiner Heimat und bepflanzte sie neben seiner Arbeit mit Reben.

LA REVUE DU VIN DE FRANCE
Die Weine sind Spitzenklasse und gehören heute zu den anspruchsvollsten Weißweinen des Loiretals.

Außerdem begann er mit der Pflege einiger alte Rebzeilen seines Großvaters. Das setzte er einige Jahre weiter fort, wurde immer interessierter und begann schließlich das Studium der Önologie in Beaune. Nach mehreren Praktika, vor allem in Pommard, gründete er 2007 seine eigene Domaine Les Poëte am Cher, einem Nebenfluss der Loire, und erzeugte 2011 seinen ersten Jahrgang, mehr als zehn Jahre nach den ersten Pflanzungen. Benannt hat er sein Weingut nach seiner Großmutter, deren Mädchenname Esther Poëte lautet.
Grands Vins aus der Touraine, aus Pouilly, Quincy und Reuilly
Recht früh ist Guillaume klar geworden, dass er nicht einfach nur Weinberge besitzen sollte, sondern viel mehr ein ganzes Ökosystem aufbauen müsste. So hat er zwar im Laufe der Zeit 17 ha erworben, jedoch lediglich 6,45 ha davon mit Reben bepflanzt – gemäß seinem Motto moins mais mieux.
Seine Sichtweise ist ökologisch und ganzheitlich mit vielen biodynamischen Ansätzen. Vor allem geht es ihm um Biodiversität, und so finden sich in seinem Weingut neben den Reben auch Pferde, Schafe, Bienen und Hühner, die er teilweise auch selber züchtet. Seine Weinberge verteilen sich auf insgesamt 28 Parzellen mit 1,35 Hektar Pinot Noir und 0,5 Hektar Pinot Gris in Reuilly sowie Sauvignon Blanc in Reuilly, Quincy, Pouilly-Fumé und in der Touraine.
Langer Ausbau
In Guillaumes Weinkeller wird jede der 28 Parzellen separat und mit nur wenigen Eingriffen vinifiziert und ausgebaut. Vergoren wird meist im Edelstahl, die jünger lancierten Weine wie Le S des Poëte und Pouilly-Fumé reifen im Tank und teilweise im Fass, die Crus, die erst drei Jahre nach der Lese erscheinen, werden in gebrauchten 400- und 600-Liter-Fässern ausgebaut. Natürlich wird hier nach der Ganztraubenpressung spontan vergoren und der Wein lange auf der Hefe belassen. Der Pinot Noir wird als Ganztraube vergoren und nur ganz zurückhaltend extrahiert. Er ist der einzige Wein, bei dem man einen Holzabdruck spürt. Sorbes Weine sind durch die Bank sehr sinnlich, kraftvoll und aussagekräftig. Schon der Le S des Poëte zeigt diese Sinnlichkeit. Dabei sind die Weine nie laut, eher eindringlich. Der Pouilly-Fumé ist sicher der kargste und der wohl eindringlichste Wein, Orphée und Argos bestechen durch ihre schiere Kraft bei gleichzeitiger Eleganz und Finesse. Der Toison d’Or gehört in seiner unaufgeregten, hellen und klaren Art zu den schönsten Grauburgundern, die ich bisher im Glas hatte. Bleibt der Odyssée, ein Pinot Noir, der eindrücklich zeigt, wie gut diese Sorte in der Region sein kann (aber immer noch sehr selten ist). Die Mischung aus Sinnlichkeit, Tiefe und Frische ist fantastisch.
October 2022

Sortiment ·
Die Weine von Les Poete
Der Index zur Trockenheit, bzw. zur Süße des Weines berücksichtigt die gesamte Struktur des Weines und kombiniert dabei Restzucker, Säuregehalt und Alkoholgehalt. Es geht hierbei nicht um Laboranalysen, sondern um das subjektive Empfinden von Süße auf dem Gaumen. Die Daten stammen von den Weingütern selbst und werden bei unseren Verkostungen geprüft.
Trocken
Rein technisch gesehen nicht völlig trocken aber keine Süße auf dem Gaumen, eventuell etwas runderer Abgang
Mittlere Süße, insbesondere bei jungen Weinen. Teilweise reduziert sich die Süße mit dem Reifeprozess
Süßlicher Wein
Hohe Süße wie bei einem Vendages Tardive, jedoch ohne die durch die Edelfäule* verursachte Reichhaltigkeit
Die Vendages Tradives (Elsässer Spätlese), unterliegen strenger staatlicher Kontrolle. Bei den überreif geernteten Trauben muss das alkoholische Potential mindestens 15,3% betragen (118 Oechsle). Ein Zuckerzusatz (Chaptalisation) ist nicht erlaubt.
Zum Charakter der Grand Cru Rebsorten kommt hier der Zuckergehalt und die Konzentration durch die Edelfäule.
Bei der Sülection de Grains Nobles (Elsässer Trockenbeerenauslese), werden ausschließlich von Edelfäule befallene Trauben verwendet.
Das alkoholischen Potential muss mindestens 18,20% (134,8 Oechsle) betragen. Im Vergleich zu den Vendages Tardives sind die Weine noch wuchtiger und konzentrierter. Diese Meisterwerke der Winzerkunst bieten ein lang anhaltendes Geschmackserlebniss.
* Edelfäule (Botrytris cinerea) auch als Grauschimmel oder Edelfäulpilz bezeichnet ist ein Pilz der reife Weintrauben bei feuchtem und gleichzeitig warmen Herbstwetter befallen kann. Der Schimmelpilz perforiert die Schalen der Trauben und fördert damit die Verdunstung was zu einer Konzentration der Aromen des Weines führt. Außerdem verbraucht er wesentlich mehr Säure als Zucker und fördert dadurch die Süße des Mostes (bis zu 45% Zuckergehalt).
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