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Spain  •  Priorat
2021  /  750 ml

Farbe:

Das Glas brilliert durch ein intensives Zitronengelb von leuchtender Beschaffung und bernsteinfarbenen Reflexen

 

Nase:

In der Nase zeigt sich der Wein zunächst typisch für einen mediterranen Pedro Ximénez: eher linear und zurückhaltend, ohne vordergründige Frucht, dafür mit vielschichtiger Kräuteraromatik. Seien zarte Oxidation empfinde ich hier enorm ansprechend und balanciert. Es dominieren Düfte, die an getrocknete mediterrane Kräuter wie Oregano, Salbei und Thymian erinnern. Begleitet werden diese von Noten nach Heu, trockenen Gräsern und Blüten, insbesondere von Mandel, Apfel und Orange. Feine Akzente von Zesten von Orange und Mandarine, frisch gehackten Mandeln sowie eine subtile, würzige Komponente – bestehend aus Nelke, Kardamom und Piment – verleihen der Nase zusätzlich Tiefe. Ein Hauch von weißem Pfeffer sorgt für eine spannende Balance aus Leichtigkeit und Tiefgründigkeit. Im Verlauf treten die Kräuteraromen nicht nur in getrockneter, sondern auch in frischer, ätherischer Form auf, was dem Bouquet zusätzliche Dynamik verleiht. Die Frucht bleibt durchweg zurückhaltend und zeigt sich nur zart im Hintergrund – mit Anklängen von Kaki, Aprikose und erneut Mandarine.

 

Gaumen:

Am Gaumen bestätigt der Wein die Eindrücke der Nase in eindrucksvoller Weise. Er wirkt kompakt und dicht, mit einem festen, fast kraftvollen Auftakt. Auch hier bleibt die Frucht dezent und tritt bald in den Hintergrund. Der PXX baut sich auf einem linearen, kalkigen und kargen Gerüst auf, das ihm eine klare Struktur und straffe Textur verleiht. Die Säure ist zurückhaltend, der Schmelz kaum spürbar, und doch erzeugt der Wein eine bemerkenswerte Spannung sowie Druck am Gaumen. Er zeigt sich salzig, subtil und mineralisch, stets mit einer stillen Eleganz, die man als echtes Understatement beschreiben kann. Seine Stärke liegt darin, Gerichte zu begleiten, nicht zu dominieren.

Im Nachhall treten die mediterranen Kräuterakzente nochmals deutlich hervor. Die Mineralik bleibt spürbar, begleitet von einer feinen Säure, die förmlich über den Gaumen tanzt. Abgerundet wird der Eindruck von nussigen Akzenten, die dem Ausklang Wärme und Tiefe verleihen.

Tasted in May 2025

Author Marian Henß
Author info Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Lasagne Bolognese

Gegrillte Dorade mit grünem Spargel & Johannisbeerstrauchöl-Mayonnaise

Tataki vom Schweinefilet mit Haselnusscreme & Buchenpilzen

Author Marian Henß
Author info Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Vins Nus

Vins Nus ist katalanisch und heißt übersetzt „Nackte Weine“. Nackt deshalb, weil hier bewusst auf Reintönigkeit und Terroir gesetzt wird, statt geschmacksverändernde Noten durch den Ausbau. Die Parzellen liegen direkt am Fuße des Montsantgebirgszuges ganz in der Nähe der Ermita Sant Joan del Codolar, einer Kapelle, die aus einer Zeit stammt, in der die Kartäusermönche den Heiligen Berg (Montsant) noch für sich alleine beanspruchten. Die Lagen dieses neuen Projekts sind einmalig und gehören mit bis zu 750 m zu den höchstgelegenen der ganzen Region. „Viele beneiden uns mittlerweile, denn durch den Klimawandel ist das die Zukunft“ versichert uns der Winzer. Die Weine sind durch die präsente und lang anhaltende Säure gastronomisch bestens geeignet und haben längst die vorauseilende Gastroszene und hippen Winebars der Metropole Barcelonas erobert.