Farbe:
Helles Strohgelb mit schimmernden, bis grün leuchtenden Reflexen.
Nase:
Die Nase setzt unmittelbar ein Terroir-geprägtes Statement: ein tiefer, dunkler Grundton, wie man ihn von den blauen Schieferlagen der Mosel und speziell von Clemens Busch kennt. Stein, kühler Schiefer und ein fast mystischer, dunkel-mineralischer Eindruck bilden die Basis, über die sich eine helle bis leicht blau anmutende florale Note legt. Die Frucht blitzt nur punktuell durch – Birne, gelbe Pflaumen sowie feine Nuancen von Bergamotten- und Kaffir-Limettenabrieb, dazu Grapefruit, Mandarine und gelber wie grüner Apfel. Letzterer zeigt einen Hauch Schalenkontakt, eine subtile, fast mikroskopische oxidative Andeutung, die sich elegant in frisch geschnittene Mandeln und Mandelblüte fortsetzt. Begleitet wird das Ganze von klaren, frischen Kräutern: Petersilie, Kerbel, Zitronenthymian und Melisse. Immer wieder dringt das Dunkle, Rauchige durch, unterstützt von einem hellen, straffen Impuls weißen Pfeffers.
Gaumen:
Am Gaumen präsentiert sich der Wein engmaschig, druckvoll und zunächst breit ansetzend – zupackend, knackig und markant. Die feinen, positiven Bitterstoffe sind präzise gesetzt und verleihen Struktur, ohne Schwere zu erzeugen. In seiner aromatischen Entwicklung zeigt er permanente Bewegung: Zunächst hell, dann wieder dunkel, dann gelb, dann grün – ein Spiel aus Schiefer, Frucht, Kräutern und kühler Spannung, das sich permanent dreht und neu sortiert. Die Säure ist im Jahrgang 2024 perfekt eingebunden, weniger vordergründig als in manch anderen Jahren, wodurch der Wein zugänglicher wirkt, aber dennoch fordernd bleibt. Retronasal verbinden sich das leicht Rauchige, Dunkle und Steinige mit gelber und grüner Frucht zu einem kühlen, komplexen Nachhall. Das Finale ist animierend, leicht adstringierend und klar auf Wiederholbarkeit ausgelegt – ein Wein, der zum zweiten, dritten und vierten Glas einlädt.
Tasted in November 2025
Gebratene Bachforelle mit Zitronenthymian, Mandelblättchen und hellem Wurzelgemüse
Gebeizter Saibling mit grünen Kräutern und Apfel
Fenchel-Kohlrabi-Ragout mit Mandarine und heller Jus aus Wurzelgemüse
Clemens Busch
Direkt gegenüber dem Stammhaus am anderen Moselufer befindet sich der größte Teil der Weinberge der Familie Busch in der Lage Marienburg. Die frühere Unterteilung in Einzellagen fiel in den 1970-iger Jahren der Weingesetzgebung zum Opfer. Um die spezifischen Unterschiede innerhalb der Lage Marienburg hervorzuheben, vinifiziert Clemens Busch die Parzellen getrennt und füllt die Weine unter den ehemaligen Parzellenbezeichnungen, wie etwa Fahrlay oder Falkenlay, ab. So kommen die verschiedenen Schieferböden (blauer, grauer und roter Schiefer) sowie die speziellen Mikroklimata im Wein deutlich zum Ausdruck. Ein Teil der Steillage unter der Marienburg gehört zur GG-Lage Nonnengarten. Hier produziert Clemens aus der Parzelle unter dem Birnbaum ein exklusives Cuvée in Reserve Qualität. Das heißt es, kommt erst nach längerer Fasslagerung auf der Feinhefe auf den Markt. Unser Geheim-Tipp!

































