Farbe:
Ein satt leuchtendes Purpur mit dichtem, konzentriert wirkendem Kern.
Nase:
Die Aromatik zeigt sofort die intensive, dunkle Persönlichkeit des Tempranillo. Tiefdunkle Frucht steht im Zentrum: Maulbeere, Waldhimbeere, Brombeere, reife Pflaume und Cassis formen ein dichtes, saftiges Fundament. Darüber legt sich eine vielschichtige Würze mit Zimt, Wacholder, schwarzem Pfeffer, Piment und Kubeben-Pfeffer, die dem Wein eine markante, fast mediterran anmutende Spannung verleiht.
Mit etwas Luft treten zunehmend dunklere, erdige Nuancen hervor: Zigarrenkiste, Unterholz, feuchter Waldboden und ein leicht moosiger Eindruck verleihen Tiefe und Ernsthaftigkeit. Dazu gesellen sich Röstaromen von dunkler Schokolade, geröstetem Kaffee und Lakritz, die den Duft zusätzlich verdichten. Eine erdig-vegetabile Facette von Roter Bete verstärkt diese Bodenhaftung.
Im Hintergrund entwickelt sich schließlich ein balsamischer, leicht ätherischer Charakter: Rosmarin, Thymian und ein klar erkennbarer Hauch schwarzer Olive setzen aromatische Akzente. Trotz der Fülle bleibt die Nase lebendig und animierend – ein kraftvoller, fleischiger Duft, der gleichzeitig Spannung und Frische vermittelt.
Gaumen:
Am Gaumen präsentiert sich der Wein mit griffigem, saftigem Tannin, das deutlich Struktur zeigt und eine markante, aber fein integrierte Adstringenz mitbringt. Die Gerbstoffe greifen präzise in die Struktur ein und werden von einer klaren Säure getragen, die dem Wein Energie und Zug verleiht.
Die Frucht wirkt konzentriert, aber nie plakativ. Sie erscheint eher trocken konturiert und wird von Bitterstoffen und der Tanninstruktur eingefasst, wodurch eine kernige, fast fleischige Textur entsteht. Der Eindruck erinnert an den Biss in eine Handvoll frisch gepflückter dunkler Beeren – intensiv, knackig und lebendig. Auf mich erscheint dies in purer Reinheit, geschliffen wie ein Diamant höchster Güte.
Würzige und erdige Nuancen begleiten die Frucht kontinuierlich und verleihen dem Wein Tiefe: Lakritz, dunkle Gewürze und balsamische Kräuter schwingen immer wieder mit. Insgesamt steht nicht die pure Opulenz im Vordergrund, sondern die prägnante, herbe und würzige Stilistik. Der Abgang ist lang, würzig und strukturiert, getragen von Tannin, Frische und aromatischer Intensität.
Tasted in March 2026
Rosa gebratener Rehrücken mit Wacholderjus, Selleriepüree und gerösteten Waldpilzen
Geschmorte Rinderbäckchen mit Kakao-Pfeffer-Jus und karamellisierten Schalotten
Gerösteter Sellerie mit schwarzer Olive, Rosmarin, Thymian und dunklem Linsenjus
Valdemonjas
Ganz ohne Zweifel kann man bei Valdemonjas von einem neuen Stern an der Goldenen Meile von Ribera del Duero sprechen. Hier verbinden sich Visionen mit Können, Erfahrung und dem Händchen für die richtigen Berater. Alejandro Moyano Alvarez hat die Bodegas 1997 gegründet, 2011 den Önologen Luca d’Attoma hinzugeholt, 2014 von Norman Foster ein Weingut mit herausragender, nachhaltiger Architektur in die Weinberge integrieren lassen und mit dem Nogal de la Valera einen uralten Weinberg erwerben können, der die Grundlage für einen Traumstoff wie den Abrí Las Álas liefert. So jung das Weingut auch noch ist, so deutlich kann man jetzt schon ablesen, wie viel Perfekti-on hier vorhanden ist.











